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Essen, Trinken und Kurioses
zum Zentralasien-Reisebericht

Oktober bis November 2014

essen & trinken

Preise für Essen im einfachen Restaurant:
Afghanistan: Pulau 60–120 Afg.; Fleischgerichte 100–160 Afg.; Usbekistan: Mahlzeit ø 7000 S.
Kirgisien: 90–150 S; Tadjikistan: Shwarma oder Hamburger 7–10 Sonomi.
Entsprechend sämtlich 1,50–2,50 €, immer mit Tee. (Kasachstan ist deutlich teuerer.)
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 Grieche Schaschlik Plow Plow Fertig Lahman Suppe Lahman gebraten Pferdezunge Kasha-Ei Masar Huhn Tomate Ei Letztes Abendmahl

Zentralasien ist nicht unbedingt für kulinarische Highlights bekannt. Vegetarisch zu leben ist schlichtweg unmöglich, wenn man sich nicht nur von frischem Obst ernähren will. In allen Ländern, deren Turk- bzw. persischstämmigen Völker eine gemeinsame islamisch geprägte Speisetradition haben, wurden die radikalen islamischen Speisevorschriften während der russischen Herrschaft ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts deutlich entschärft. Das heißt zum einen, daß in allen ehemaligen Sowjetrepubliken Alkoholika frei verfügbar sind. Es wird allerdings deutlich weniger gesoffen, als man das aus dem eigentlichen Rußland gewohnt ist. In Kirgisien gibt es Wodka auch im Joghurtbeche zu 100 ml. Ein ½ Liter kostet je nach Qualität € 1–3 (Zigaretten € 0,30–0,50). In Kasachstan hat man die Verkaufszeiten stark eingeschränkt. Bier hab ich nach dem zweiten Versuch aufgegeben – der Geschmack ist mit „gewöhnungsbedürftig“ freundlich umschrieben. Der überall ausgeschenkte grüne Tee ist gut und verursacht bei mir im Gegensatz zum japanischen kein Sodbrennen. Ich habe ein Kilo der Sorte Nr. 95 mitgebracht (240 S.).

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Bier Kumis Shybat Waldmeister
Birnenlimo Schwules Getränk Schnapsregal Usbek Wein


Zwei am Morgen geschlachtete „Fettarschschafe“ und ein paar Ziegen an der frischen Luft im afghanischen Masar.

An Fleisch gibt es überall Hammel in mehr oder weniger zäher fettriefender Zubereitung. Dabei wird bevorzugt eine Art – ich nenne sie mal „Fettarschschaf“ – besonders gerne gezüchtet. Das hintere Viertel dieser Tiere besteht aus schierem Fett, das am Stück als Delikatesse verkauft wird.
Während in ehemaligen Sowjetrepubliken zumindest nicht mehr öffentlich geschlachtet wird, kann man in Afghanistan morgens am Straßenrand zusehen, wie den Schafen (natürlich auch Ziegen oder Hühnchen) die Gurgel durchgeschnitten wird, Blut in die offenen Kanäle zu all dem anderen Müll, dann das Fell abgezogen und überall in der Region das Fleisch offen und ungekühlt am Straßenrand hängt. Die einzige rühmliche Ausnahme macht man in usbekischen Städten. Dort sind die Basare nicht nur ausnehmend sauber, nein, es gibt auch Kühltheken (wobei ich nicht immer darauf wetten möchte, daß die angesichts der häufigen, kurzen Stromausfälle auch funktionieren).
Pferdefleisch ist zumindest in Kasachstan und Kirgisien populär, aber teuer. Sehr häufig sieht man eine halb aus Fett und halb aus Fleisch bestehende Pferdewurst. In diesem Zusammenhang ist auch auffällig, daß in diesen Viehzüchternationen Milchprodukte extrem teuer sind – und dabei meine ich nicht nur die oft erhältlichen Produkte der Marken Ehrmann oder des babytötenden Konzerns aus der Schweiz. Vergorene Milch von Pferde- oder Kamelstuten trinkt man gerne. Besonders ersteres meiner Ansicht nach ein, wie der Engländer sagt, “acquired taste.”
Ansonsten gibt es zu jeder Tageszeit Tee. Tagsüber meist eine billige grüne Sorte, abends und winters schwarzen. Das mach Sinn, da man Leitungswasser – viele ländliche Gegenden haben noch Brunnen – nur in den großen Städten überhaupt trinken kann. In den Wüstengegenden Nordwest-Usbekistans und Kasachstans, ist fließend Wasser oft auf wenige Stunden täglich rationiert.

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Somsa Torten Manti Brot


Der „Döner des Todes“ von Dushanbé. Ich vermute stark, daß die wohl mit Baumwollöl angemischte Mayo die Ursache für drei Tage Dünnpfiff war.


Eine für die Region sehr gepflegte Toilette, im Busbahnhof von Almaty. Beachte a) das Vorhandensein einer halbhohen Türe und b) einer funktionierenden, wenn auch selten benutzten Wasserpülung. Papier, das selber mitzubringen ist geht immer ins Körbchen. Wer kein’s hat nimmt die linke Hand.

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Pferdewurst
Fisch Stalin
Fisch Breschenjew

In der Region gibt es, unter geringfügig anderem Namen, überall die gleichen Gerichte. Zum einen „Schaschlik,“ was hier jede Art von am Spieß gebratenen Fleisch (ohne Gemüse) ist. Vor den Chaikhanas („Teehaus“) stehen fast immer Holzkohlegrills. Serviert wird mit Fladenbrot und rohen Zwiebeln, die durch Essig etwas milder gemacht werden.
Auch überall verfügbar ist Schwarma (Döner) „ohne alles“ oder mit schmieriger Ketchup-/Mayo-Sauce und ein paar Zwiebeln. Nachdem ich in Dushanbe mir durch „den Döner des Todes“ drei Tage Durchfall eingehandelt habe – was mir 7-8 kg Gewichtsabnahme bescherte, angesichts des Zustandes der meisten Toiletten in der Region kein Vergnügen – verstehe ich warum „Drehspieße“ in Deutschland der Hackfleischverordnung unterliegen. Die zweite Spezialität sind Teigtaschen chinesischen Stil, genannt Mantis. Kennt man in Japan gebraten als Gyoza in Georgien gekocht als Kinkhali. Die Füllungen variieren etwas, meist mit Hackfleisch/Zwiebel-Mischung, aber auch etwas gewöhnungsbedürftige Kartoffelpasten.
Ein weiteres Nudelgericht chinesischen Ursprungs ist Lachman. Im wesentlichen dicke Nudeln (à la japanischen Udon), die mit Gemüsen – und dem unerläßlichen fettigen Hammel – entweder gebraten oder als Suppe serviert werden. Ihre indischen Vorbilder verneinen die Somsa – von Samosa – nicht. Sie werden jedoch nicht in schwimmendem Fett herausgebacken, sondern sind aus Brotteig im Lehmofen (Tandor) hergestellt. Sie schmecken dann nach rauchigem Pizzateig. Die Füllungen sind auch meist dominiert von Zwiebeln. Auch das aus Weißmehl hersgestellt Fladenbrot (Non) kommt aus den Lehmöfen, schmeckt aber nur frisch wirklich lecker.
Plow oder Osh ist eine Abwandlung des persischen Pilaw (Pulau, indisch Birjani). Ein Reisgericht mit Rosinen, fettem Hammel, Karotten usw. in tiefen Töpfen über offenem Feuer stundenlang geköchelt. Gegessen wird es fast nur mittags, die Zubereitung ist Männersache. In Usbekistan erhält man nur das Grundgericht, jede weitere Zutat, wie das Fleisch oder gehackte Eier kosten extra. Dazu gibt es meist einen tomatigen Salat.
Vielfach bekommt man einfach einen Teller mit bundweise frischem Dill, Koriander, Chilli, Limetten usw. hingestellt, die man roh vom Stengel knabbert. Mit Gewürzen wird allgemein gespart.
Kichererbsenbasierende Gerichte wie Falaffel oder Puri findet man ab und zu.
Viele Imbißbuden servieren „Gamburger“ oder „Chot Dog“ – das Russische kennt kein H. Wenn man die Plastikwürste gesehen hat vergeht einem die Lust daran.


kurioses

In vielem gilt für die ehemaligen Sowjetrepubliken das, was ich schon voriges Jahr zu Georgien geschrieben habe.

Internationaler Kettenfraß allüberall?

Kyrgyz Fried Chicken, vor dem Beta-Kaufhaus in Bishkek.


McDöner, den hatten wir vor zwei Jahren doch schon in Polen gesehen?

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