Kurioses

Peeping Tom

Wie immer ein paar Bilder von für europäische Augen ungewöhnlichen Sachen.

Kurioses
Bild 1Bild 2Bild 3Bild 4
Zum Vollbild Alle Bilder können durch anklicken vergrößert werden.

VW Käfer
Und er läuft und läuft …

Reinigung
Hier kann man wirklich alles waschen lassen

Schaufensterpuppe
… davon amüsiert.

Antique coffee
Kaffee: frisch oder antik …

Laterne
Wasserkocher à la Thai?

Punk Puppe
Kunst beim Bauen.

superbulle
Der „Superbulle“ von der Khao San Rd.

Stromzähler
Entspricht nicht der VDE-Norm, gelle.

Ronald
Ronald höflich …

Putze
… die Putze ansehbar.

Monkey
Zum Herrenklo.

Kundendienst
Kundenservice: Bei Bedarf wecken.

Bangkoks Jahrhundertflut

Nun, ich habe ja drei Tage vor Abfahrt einen freundlichen Anruf erhalten, daß die Bundesregierung dringend von Reisen nach Bangkok abrät. Nur leider interessiert so etwas Fluggesellschaften, die Tarife mit „100% no refund“ verkaufen wenig. Der neue Flughafen (das weiße Viereck im zweiten Quadranten der Karte blieb auch dauerhaft trocken). In solchen Ländern „geht sowieso immer was“ (wie Italien!) Die einzige Bahnstrecke nach Süden war überschwemmt, es bestand vom Hauptbahnhof „Schienenersatzverkehr“ und zwar in Luxusbussen, die die Bundesbahn vor Scham im Boden versinken lassen sollte, in den 60 km entfernten Ort Nakhom Phatom.

Flut Map
Die obige Landkarte zeigt mit Stand vom 29. Oktober die überschwemmten Gebiete (hellblau). Fast alle Gebiete die als „risk“ gekennzeichnet sind, also alle Farben außer dem hellen beige, wurden in der Folgezeit überschwemmt. Die Gebiete westlich des Flusses stehen auch Mitte Dezember noch größtenteils unter Wasser, der letzte Rest der inzwischen teilweise übelst stinkenden, durch ausgelaufene Chemikalien und Unrat verseuchten Brühe, werden wohl zum Jahresende weg sein (wenn es nicht regnet). Wat Dhammakaya befindet sich in der Nähe der Markierung „Khlong Luang District,“ (oben im rosa Bereich) in dem auch die Flutphotos unten aufgenommen wurden. Dies geschah am 6. Dezember, als der Ortsbereich von Rangsit laut Regierungspropaganda „so gut wie trocken“ war. Die Aufnahmen entstanden aus einem fahrenden städtischen Bus heraus, dessen Fahrer ich höchsten Respekt zolle.

5. Dezember: „Bangkok fast trocken“
Bild 1Bild 2Bild 3Bild 4
Zum Vollbild Alle Bilder können durch anklicken vergrößert werden.

Haltestelle
Bushaltestelle

Straße
Hier ging's durch.

Mode
Zeigemäße Mode.

Briefkasten
Nur Flaschenpost!

Zwar gibt es jährlich entlang des Flußbett des Chao Praya jährlich Hochwasser, aber dieses Jahr war die schlimmste Überschwemmung seit 1942. Seit der Herrschaft Rama V. gibt es etliche Kanäle, die normalerweise den Ablauf sichern, jedoch sind die durch Abfälle und Wasserhyazinthen verstopft gewesen. Zudem haben während der rapiden Entwicklug der letzten Jahrzehnte etliche Bauherren – gegen Schmiergeld, Thailand ist im neuesten Verzeichnis der „korruptesten Länder“ das 80. von ca. 120 untersuchten (Transparency Int'l.) – die Erlaubnis erhalten Kanäle zuzuschütten oder in Hochwassergebieten zu bauen. Dinge wie Stadtplanung, regelmäßige Wartung (Hausmeister) oder ein effektiver städtischer Bauhof sind vollkommen unbekannt. Allein diese Faktoren waren für die Katastrophe verantwortlich, sie geht auf menschliches Fehlverhalten zurück. Daß die Regierung mit der Schwester des gestürzten Thaksin (Karikaturen zeigen sie immer mit einem T-Shirt mit der Aufschrift "trainee"), der eine Art thailändischer Berlusconi ist, an der Spitze ebenso unfähig war, wie der auf die Schnelle gebildete Krisenstab FROC, der in seinem Hauptquartier dann auch prompt absoff, hat in Thailand keinen überrascht. Umgekommen sind knapp 600 Menschen, wenn man das obige Photo mit den Stromzählern sieht, versteht man auch weshalb nur die Hälfte ertrunken sind (die wenigsten Thais lernen schwimmen, selbst die nicht, die am Meer wohnen), sondern die meisten durch Stromschläge gestorben sind. Mediale Berichterstattung beschränkte sich auf Bangkok, während sieben nördlicher gelegene Provinzen, die früher und stärker getroffen wurden ignoriert wurden. Die Regierungspropanda anfangs lautete: „In spätestens zwei Wochen ist fast alles trocken“ (Meine Photos entstanden fünf Wochen später!) Typische Berichte meldeten, daß der Wasserspiegel in Bezirk XY am Vortag um 20 cm gefallen sei. Kleingedruckt weiter unten stand dann, daß nach Öffnung der Wehre stattdessen nun zwei bisher trockene Bezirke überflutet worden waren. Klar, daß der Wasserspiegel sinkt wenn sich die gleiche Menge über ein größere Fläche ausbreitet! In den Bezirken um den alten Flughafen Don Muang kam es an den Sandsackbarrieren zu regelrechten Kämpfen, als seit Wochen überflutete Betroffene, diese abrissen, um einen Teil des gestauten Wassers in bisher trockene Gebiete umzuleiten. Geschossen wurde dabei überraschenderweise nur einmal, ein Betroffener warf eine selbstgebaute Bombe auf Polizisten.

Zeitmönch
(© DIE ZEIT 29.10.11)

Eine Schwäche des modernen kapitalistischen Wirtschaftssystems zeigte sich auch: die großen Supermarktketten mit ihren zentralisierten Logistikzentren, die sich größtenteils in den sieben abgesoffenen riesigen Gewerbeparks befinden, erwiesen sich als zu unflexibel um alternative Versorgungswege sicherzustellen, so daß auch in entfernten Landesteilen wie Koh Samui (700 km), die Schilder „ausverkauft seit“ immer mehr wurden und die Regale mit Klopapierrollen gefüllt wurden um Fülle vorzutäuschen. Die noch immer zahlreichen kleinen Geschäfte hatten keine Probleme. Die „Investoren“ die in ihren subventionierten Fabriken die billige Arbeitskraft ausbeuten, haben laut gejammert – am lautesten die Japaner, denen eh ein wesentlicher Teil Thailands gehört – so daß sie jetzt Steuererleichterungen und, noch viel wichtiger, Einfuhrzollbefreiung für 6 Monate erreicht haben. Betrofene Haushalte bekommen eine Einmalzahlung von 5000 Baht (125 €). Kleiner Hinweis an alle, die planen demnächst einen Computer zu kaufen: 30-40% der weltweiten Herstellungskapazität von Harddisks wurde vernichtet, zwar wird das teilweise durch Produktion in Nachbarländern aufgefangen, aber die Preise dürften im ersten Quartal hoch bleiben.
Königstreue Schreiberlinge haben herausgefunden, daß Seine Majestät schon 1995 einen Plan entwickelt haben wie Fluten verhindert werden könnten. D. h. irgendein Professor hatte einen Plan entwickelt, den der König gelesen und abgenickt hat, so daß es jetzt seiner ist. Ein diskutierter Vorschlag ist es nun etwa 100 km nörlich von Bangkok beginnend einen „floodway“ zu bauen. Vorgeschlagen wird ein zweistöckiger Tunnel, auf dem oben noch eine Autobahn verlaufen soll. Das zweite Untergeschoß ist permanent ein Abflußkanal, das erste ein Autotunnel, der gegebenenfalls geflutet werden kann, um zusätzlich Ablaufmöglichkeiten zu schaffen. Daß diese Idee von der größten Tunnelbaufirma des Landes stammt sollte in Thailand niemand überraschen.

6. Dezember: Der neue Flughafen Suvanabhumi
Bild 1Bild 2Bild 3Bild 4
Zum Vollbild Alle Bilder können durch anklicken vergrößert werden.

AFS
Sonnenuntergang

Terminal E
Terminal E

Durian
Durian fliegt mit!

Knarre
Die Knarre auch!

Den absoluten Hammer gab es jedoch vor Abflug am Münchner Flughafen: Die Leberkässemmel zu € 3,90.

Zeitmönch
 


Preisausschreiben

Leserbrief
(Bangkok Post 4.12.2011)

Deutlich zurückhaltenter war der amerikanische Negerführer W. E. B. Du Bois in seinem Nachruf auf Joseph Stalin (genialer Generalissimo, Vater der Völker usw.):
On the Great Leader and Teacher
Joseph Stalin was a great man; few other men of the 20th century approach his stature. He was simple, calm and courageous. He seldom lost his poise, pondered his problems slowly, made his decisions clearly and firmly; never yielded to ostentation nor coyly refrained from holding his rightful place with dignity. ... Stalin was not a man of conventional learning; he was much more than that; he was a man who thought deeply, read understandingly and listened to wisdom, no matter whence it came. He was attacked and slandered as few men of power have been; yet he seldom lost his courtesy and balance. ... His judgment of men was profound. He early saw through the flamboyance and exhibitionism of Trotsky, who fooled the world, and especially America. The whole ill-bred and insulting attitude of Liberals in the U.S. today began with our naive acceptance of Trotsky's magnificent lying propaganda, which he carried around the world. Against it Stalin stood like a rock and moved neither right nor left, as he continued to advance toward a real socialism instead of the sham Trotsky offered. ... Such was the man who lies dead, still the butt of noisy jackals and of the ill-bred men of some parts of the distempered West. In life he suffered under continuous and studied insult; he was forced to make bitter decisions on his own lone responsibility. His reward comes as the common man stands in solemn acclaim. (© 1953)

Preisfrage: Welchem der unten verdeckten gezeigten Herren (durch Anklicken wird das volle Bild sichtbar) steht eine Huldigung wie die in dem Leserbrief rechts vom 4. Dezember 2011 in der Bangkok wirklich zu?

Erster Preis: Jeder Teilnehmer mit der richtigen Antwort erhält eine eMail mit einer google map, auf der der Wanderweg entlang des Inns von Geburtshaus zu Geburtshaus eingezeichnet ist. Damit zusammenwächst, was zusammengehört! Wandert von Marktl nach Braunau! Alternativpreise befinden sich in den Bildbeschreibungen.
(Lösungshinweis: die richtige Nummer lautet, wie bei Grünwalds Freitagscomedy immer "3").

Nachdem die Lösung schon allgemein bekannt ist, hat sich kein Aufsichtsbeamter vom ordnungsgemäßen Zustand eines Ziehungsgerätes überzeugen müssen – es gibt nämlich keines. Der „Rechts“weg ergibt sich ebenfalls aus der Karte, die den ersten Preis bildet, so daß er auch nicht ausgeschlossen werden muß.

Welcher dieser Herren ist genialer als Bhumipol? Keiner!

Alternativpreis: Sie gewinnen eine Freifahrt nach Dachau. Münchner S-Bahn jetzt mit luftgekühlten Viehwaggons (drittklassiger Service zum 1.-Klasse-Tarif). Passendes Stellenangebot.

Alternativpreis: „In Bayern wird etwas härter hingelangt.“ (seit der letzten Landtagswahl mit 17% Rabatt.)

Der unbekannte Affe. Alternativpreis: Wählt APPD! (Arbeit ist Scheiße!)

„Ochs und Esel in seim Lauf …“

[Selbsterklärend]

Alternativpreis: Drei Jahre „Umerziehung durch Arbeit.“

Alternativpreis: „Wir wollen unsern alten Kaiser Wilhelm wieder haben …“ §75 PrStGB 1851: Majestätsbeleidigung zwei Monate bis fünf Jahre Haft.

Alternativpreis: 25 Jahre Sibirien.

Vollkommen alternativlos. Zur Wiedervorlage in 400 Jahren.