Israel

Reiseführer von Wikivoyage, Version vom 30. Juni 2019.

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Israel ist ein Staat im Nahen Osten. Er liegt an der Ostküste des Mittelmeers und grenzt im Norden an den Libanon, im Osten an Syrien, das Westjordanland (siehe Palästina) und Jordanien und im Südwesten an die ägyptische Halbinsel Sinai und den Gazastreifen (siehe Palästina). Im äußersten Süden besitzt das Land einen kleinen Zugang zum Roten Meer.

Jude
Flagge

Hauptstadt: Jerusalem
Währung: 1 Neuer Israelischer Schekel (NIS) = 100 Agorot
Fläche: 21.056 km²
Bevölkerung: 8.002.200 Mio (2013)
Amtssprache: Hebräisch (offiziell), Arabisch offiziell im Gebrauch für arabische Minderheit, Englisch
Religion: Judentum 80,1 %, Muslime 14,6 % (meistens Sunnitisch), Christen 2,1 %
Stromnetz: 230 V / 50 Hz
Telefonvorwahl: +972
TLD: .il
Zeitzone: MEZ +1h (Sommerzeit +2)
Touristinfo Tel.: +49 30 203 997 0

Wahrscheinlich gehört Israel zu den schillerndsten und widersprüchlichsten Reisezielen überhaupt. Die Geschichte von prähistorischen Perioden über Antike und Mittelalter bis in die Neuzeit wird überall sichtbar und greifbar – auch mit ihren Hypotheken, zum Beispiel in Form des schon jahrzehntelang schwelenden Konflikts zwischen Israel und seinen Nachbarn. Die Religionen spielen für europäische Maßstäbe eine übermäßig große Rolle: Juden, Muslime und Christen sehen in Israel – und insbesondere in Jerusalem – einen besonderen Ort und haben dort je ihre heiligen Stätten. Geschichte und Religionen tragen viel dazu bei, dass Israel heute ein oft besuchtes und sehr interessantes Land ist. Leider tragen sie oft auch zu den Problemen und Spannungen bei, die das Bild des Landes in der Welt prägen. Für manchen, der erstmals in Israel ist, mag es daher überraschend und beruhigend sein, dass es in diesem Land auch ganz normales Alltagsleben mit Staus und Arbeit, Cafés und Strand jenseits von Konflikten und Rechtgläubigkeit gibt. Es ist vielleicht genau diese bunte Vielfalt und permanente Selbstwidersprüchlichkeit, die dieses Land ein interessantes Reiseziel sein lässt.

Häufig ist der Anlass eines Israel-Besuchs eine Pilgerreise im weitesten Sinn, bei der der Schwerpunkt auf dem Besuch „heiliger“ Stätten liegt. Ein solches Programm zeigt allerdings nur einen kleinen Ausschnitt aus der Vielfalt von Sehenswürdigkeiten und Kulturgütern, die Palästina, wie das Gesamtgebiet geographisch heißt, eigentlich zu bieten hat. Eine Woche durch Israel ist ein Vorschlag für eine Rundreise, der versucht, in einem knappen zeitlichen Rahmen einen Eindruck von dieser Vielfalt zu vermitteln.

Regionen

Ein Land mit vielen Seiten, ein Land der Gegensätze: Obwohl Israel ein sehr kleines Land ist – es ist etwa so groß wie Hessen – sind seine Regionen und Landschaften äußerst vielfältig und abwechslungsreich: Auf seiner geringen Fläche findet man sowohl gebirgige Landschaften als auch größere Ebenen, sowohl Gebiete, die das ganze Jahr über relativ grün sind als auch Wüstengebiete. Im Winter kann man am israelischen Küstenabschnitt des Roten Meeres baden, zur gleichen Zeit stürzen sich am Hermon auf den Golanhöhen die Wintersportler die verschneiten Hänge hinab. Israel hat mit dem See Genezareth einen großen Süßwassersee, hat Zugang zu zwei Meeren und grenzt an das Tote Meer. Ländlichen und dünn besiedelten Gegenden stehen die pulsierenden Ballungsgebiete von Jerusalem und Tel Aviv (der so genannte „Gusch Dan“) gegenüber, die im Land eigene Großräume bilden. Die Vielfalt des kleinen Landes spiegelt sich in der bunten Vielgestaltigkeit seiner Regionen, die letztlich alle einen Besuch wert sind.

Regionen im Norden

Totes Meer
Einer der bekanntesten Orte der Region, wenn nicht eines der bekanntesten Reiseziele überhaupt: das Tote Meer. Der salzige See mit seinem ölig erscheinenden Wasser liegt beinahe unwirklich in seinem Tal, umgeben von einer bizarren felsigen Wüstenlandschaft. Ein Ort scheinbarer Leblosigkeit – der in einigen Oasen, z.B. der von En Gedi, seinen imposanten Gegenpol findet. ALT
Der See Genezareth (Kinneret) ist mit 212 Metern unter dem Meer der tiefstgelegene Süßwassersee der Erde. Schon immer zieht es die Menschen in diese Gegend – sei es wegen des Wassers, sei es wegen der vielen christlichen Stätten, die mit dem Wirken Jesu in Verbindung gebracht werden. Wasserfall
Verschwenderischer Wasserreichtum in einem trockenen Land: Im Grenzgebiet von Obergaliläa und Golanhöhen entspringen die Quellflüsse des Jordans, aus dem Israel einen großen Teil seines Trinkwassers gewinnt. Die Naturschutzgebiete an den Flüssen – hier das von Banyas – stehen im Sommer mit ihrem üppigen Grün im krassen Gegensatz zur dürren Landschaft.
  • Westgaliläa umfasst den Küstenstreifen entlang des Mittelmeeres von der libanesischen Grenze bis nach Haifa mit der alten Kreuzfahrerstadt Akko.
  • Obergaliläa erstreckt sich von Dan am Fuße des Hermon bis zum Bet-HaKerem-Tal im Süden und von Westgaliläa im Westen bis zum Golan und zum See Genezareth im Osten; hier liegen die höchsten Erhebungen des israelischen Kernlandes und Safed, die Stadt der jüdischen Mystik.
  • Untergaliläa mit dem wichtigen christlichen Pilgerziel Nazareth ist eine Hügellandschaft zwischen Obergaliläa im Norden und der Jesreelebene im Süden; im Osten berührt die Region die Gegenden am See Genezareth und um Bet Sche'an.
  • Der See Genezareth ist der bekannteste und größte Süßwassersee des Landes; an seinen Ufern liegen wichtige Pilgerstätten.
  • Die Golanhöhen sind eine Hochebene im äußersten Nordosten des Landes, die sich am Hermon bis auf über 2000 m erhebt; Israel eroberte das Gebiet im Sechs-Tage-Krieg und annektierte es später (völkerrechtlich gehört es zu Syrien).
  • Das Karmelgebirge ist ein kleines Gebirge südlich von Haifa, das sich entlang der Mittelmeerküste erstreckt.
  • Die Jesreel-Ebene wird hin und wieder mit dem Endzeitkampf der Apokalypse in Verbindung gebracht; das breite, ländlich geprägte Tal im Inland östlich des Karmelgebirges umfasst das Gebiet von Haifa bis zum Jordantal bei Bet-Sche'an.
  • Das Bet-Sche'an-Tal erstreckt sich um die gleichnamige Stadt mit ihren bedeutenden Ausgrabungen; das Tal ist das Herz des Jordantals südlich des Sees Genezareth.

Regionen in der Mitte

  • Die Scharon-Ebene ist der landwirtschaftlich intensiv genutzte Küstenabschnitt zwischen dem Karmelgebirge in Norden, den Bergen von Samaria (Westjordanland) im Osten und der Region um Tel Aviv im Süden.
  • Als Gusch Dan bezeichnet man den größten Ballungsraum des Landes rund um die Stadt Tel Aviv.
  • Jerusalem mit seinen eingemeindeten Ortsteilen ist offiziell die Hauptstadt Israels und das wichtigste touristische Ziel des Landes.
  • Die Südliche Küstenebene mit den Städten Aschdod und Aschkelon erstreckt sich von Tel Aviv bis zum Gazastreifen.
  • Schefela ist die Bezeichnung für das fruchtbare, hügelige Hinterland zwischen der südlichen Küstenebene und dem Hochland von Judäa (im Westjordanland).

Regionen im Süden

  • An den israelischen Küstenabschnitten hat das Land einen (auch völkerrechtlich unumstrittenen) Zugang zum Toten Meer; geographisch gehört die Region mit den Top-Zielen Masada und En Gedi überwiegend zur Judäischen Wüste (Westjordanland).
  • Der Negev ist das Wüstengebiet, das praktisch die ganze Südhälfte Israels bis hinunter zum Roten Meer umfasst.

Städte

Map Isr

Nicht nur das Land, auch seine Städte bestechen durch eine oftmals gegensätzliche Vielfalt. Jerusalem, offiziell die Hauptstadt Israels, ist insbesondere aufgrund ihres Status als „heilige Stadt“ und aufgrund ihrer Sehenswürdigkeiten für viele Touristen eines der wichtigsten Ziele des Landes. Diese Stadt scheint – zumindest in der Altstadt – förmlich aus ehrwürdiger Religiosität zu bestehen. Heilige Stätten der Weltreligionen findet man hier allenthalben – allen voran der Felsendom der Muslime, die Klagemauer der Juden und die Grabeskirche der Christen. Mitunter geht es dennoch sehr menschlich und profan zu: Die Händler unten in den Altstadtgassen sind nicht eben zimperlich, wenn sie ein gutes Geschäft wittern, oben streiten die Glocken verschiedener Kirchen und die Rufe der Muezzins um Gehör.

Einen völlig anderen Charakter hat Israels wichtigster Ballungsraum: das dicht besiedelte Gebiet um die weit säkularer ausgerichtete Stadt Tel Aviv-Jaffa, der sogenannte „Gusch Dan“. Im Gusch Dan liegen viele der großen Städte des Landes, dort lebt auch ein großer Teil der Bevölkerung. Der Gusch Dan ist zudem das wirtschaftliche Zentrum des Landes. Tel Aviv selbst ist die Stadt des Gesellschaftslebens, des Partylebens und auch der Botschaften; sie gilt als „Stadt, die niemals schläft“. Dennoch ist „T.A.,“ wie es die Israelis gelegentlich nennen, innerhalb Israels nur ein Ziel unter vielen und noch nicht einmal das wichtigste: Es gibt hier zwar viele Hotels und diverse interessante Ziele und Sehenswürdigkeiten, die großen biblischen Stätten, die schönsten Naturschutzgebiete und die wichtigsten Ausgrabungen liegen aber woanders. Daher streift man im Rahmen organisierter Reisen Tel Aviv häufig nur, während man sich in der Regel deutlich länger im Norden des Landes oder in Jerusalem aufhält.

Die wichtigste Stadt im Norden ist aufgrund ihrer Größe und wirtschaftlichen Bedeutung die Hafen- und Industriestadt Haifa, die inzwischen auch ein wichtiges Reiseziel darstellt. In den letzten Jahren wurden erhebliche Anstrengungen unternommen, um die Stadt auch für Touristen interessanter zu machen, zum Beispiel, indem alte Viertel aufgewertet wurden. Die wichtigste Sehenswürdigkeit der Stadt sind die Gärten der Bahai, die sich über den kompletten Nordhang des Karmel erstrecken. Den Charakter einer pragmatischen Arbeiterstadt, in der die Religion eine vergleichsweise geringe Rolle spielt, hat sich Haifa indessen erhalten.

Selbst als Tourist werden einem die Unterschiede zwischen den drei größten Städten des Landes nicht verborgen bleiben. Es ist vermutlich kein Zufall, dass ein oft zitierter Spruch die drei Städte folgendermaßen charakterisiert: „In Jerusalem wird gebetet, in Haifa gearbeitet, in Tel Aviv gelebt“.

Es gilt indessen nicht nur für Jerusalem, Tel Aviv und Haifa, dass sie einen je eigenen Charakter haben. Auch viele andere Städte haben aufgrund ihrer Geschichte und Entwicklung eine eigene Prägung.

Erwähnen sollte man in diesem Zusammenhang im Norden Akko, das mit seinen alten Stadtmauern und den arabischen Märkten eine der orientalischsten Städte des Landes ist, die Geburtsstadt Jesu, Nazareth, sowie Tiberias mit seinen Rabbinergräbern und der Uferpromenade am See Genezareth. Ein wichtiger Badeort an der nördlichen Mittelmeerküste ist die Stadt Naharija, die wenige Kilometer südlich der libanesischen Grenze liegt. Ebenfalls im Norden liegt schließlich Safed (hebräisch: Zefat), die Stadt der jüdischen Mystik und der Kunst und Galerien.

Im Zentrum des Landes, im Gusch Dan, liegt Bnei-Brak, das trotz der Nähe zu Tel Aviv eine Stadt der Religion ist; viele der Einwohner sind orthodoxe Juden, die weder für die Lebensweise der säkularen Israelis noch für neugierige Touristen besonders viel übrig haben. Auch Netanja, einer der bekanntesten Badeorte an der israelischen Mittelmeerküste, liegt im Großraum Tel Aviv.

Da der Süden Israels hauptsächlich aus Wüstengebieten besteht, ist die Besiedlung dort sehr dünn. Die beiden wichtigsten Städte sind Be'er Scheva (die größte Stadt des Südens) und Eilat, das am südlichsten Zipfel des Landes eine gut ausgebaute touristische Infrastruktur und Bademöglichkeiten im Roten Meer bietet. Eilat ist die Stadt des Badetourismus, schließlich gibt es durch die extreme Wüstenlage kaum Regentage, während zugleich das Baden im Meer das ganze Jahr über möglich ist.

Felsendom

Felsendom.

T.A.

Tel Aviv von Jaffa.

Haifa

Haifa.

Akko

In der Kreuzritterburg von Akko.

Jerusalem

Jerusalem.

Strand

Am Strand.

Felsendom
Tel Aviv
Haifa
Akko
Jerusalem.
Strand

Weitere Ziele

Israel verfügt auch außerhalb der Städte über eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten. Ein Urlaub von vier Wochen ließe sich spielend mit Programmpunkten füllen – und man hätte mit Sicherheit noch immer eine ganze Reihe interessanter Ziele ausgelassen. Für jemanden, der sich eher für die Natur interessiert, bietet Israel viele Naturparks: bizarre Wüstenlandschaften, bezaubernde Oasen oder die Schutzgebiete in Obergaliläa und am Rande der Golanhöhen, wo ein dschungelartiger Pflanzenreichtum wächst und es z. B. sogar Papyrus und Wasserbüffel gibt. Für geschichtlich Interessierte ist das Land ein Eldorado: Praktisch an jeder Ecke findet man als Interessierter Ausgrabungsstätten mit archäologischen Funden aus längst vergangenen geschichtlichen Perioden. Mancher Israeli ist (augenzwinkernd) überzeugt, man müsse in Israel nur irgendwo ein Loch graben, und schon stoße man auf einen römischen Tempel … – Christen, das sind die Anhänger des Propheten und „Gottessohns“ Jesus, schließlich besuchen das Land häufig wegen der Vielzahl der Stätten, die an die Legenden seines Wirken erinnern; diese Orte befinden sich vor allem rund um den See Genezareth und in Jerusalem.

Christliche Stätten und Orte

  • Der Berg der Seligpreisungen gilt als Ort der Bergpredigt Jesu.
  • Am Berg Tabor soll die „Verklärung Jesu“ stattgefunden haben; der recht hohe halbrunde Berg liegt östlich von Afula und bietet einen sehr guten Blick in alle Richtungen.
  • Kafarnaum am See Genezareth wird in der Bibel mehrfach erwähnt; dort wurde auch ein Haus ausgegraben, das als das Haus des Petrus gilt.
  • Jardenit ist ein Ort am Südende des Sees Genezareth, an dem sich Christen in Erinnerung an die Taufe Jesu im Jordan taufen lassen.
  • Tabgha, ebenfalls am See Genezareth, gilt als der Ort der gemäß biblischer Legende Speisung der 5000.

Naturparks

Eigene Hauptartikel haben die verschiedenen Natursehenswürdigkeiten und Naturparks. Diese kosten zwischen 25 45 ₪ Eintritt. Zu deren Besuch gibt es eine für Touristen interessante Rabattkarte, den seit 2019 so genannten Israel Pass, der früher als “Green Card” vermarktet wurde. Wer innerhalb zwei Wochen mindestens drei Parks besucht, für den lohnt sich der Kauf. Es gibt die Variante Classic und Israel-Pass & Ride, die Guthabenkarte für Busse in Form der Rav Nav einschließt.

In solchen Parks befinden sich auch viele der wichtigen historische Stätten und Ausgrabungen:

  • Avdat war eine wichtige Nabatäerstadt; die Ausgrabungen befinden sich südlich von Be'er Scheva.
  • Belvoir ist eine frühere Kreuzfahrerburg, deren Ruinen zwischen Bet Sche'an und Tiberias an den Hängen oberhalb des Jordans liegen.
  • Bet Sche'arim war eine wichtige jüdische Gräberstadt bei Kirjat Tiv'on am Rand der Jesreelebene; Teile der Katakomben können heute besichtigt werden.
  • In Bet Sche'an befindet sich eine der wichtigsten Ausgrabungsstätten mit Relikten aus römischer und byzantinischer Zeit in Israel (u. a. mit Überresten der Hauptstraßen und des Amphitheaters).
  • Caesarea mit seinen Relikten aus römischer und byzantinischer sowie aus der Kreuzfahrerzeit war in der Antike der Sitz der römischen Statthalter.
  • Hamat Gader liegt südöstlich des Sees Genezareth direkt an der jordanischen Grenze; der Ort war schon in der Antike aufgrund seiner Thermalquellen bekannt.
  • Masada, das befestigte Felsplateau in Sichtweite des Toten Meeres, gilt als der Ort des legendären Kampfes jüdischer Aufständischer gegen eine große römische Übermacht, der im kollektiven Selbstmord der belagerten Aufständischen endete.
  • Megiddo ist eine Ausgrabungsstätte in der westlichen Jesreelebene, die v.a. durch ein ausgeklügeltes System der Wasserversorgung aus dem 9. Jhd. v. u. Z. mit einem über 100 Meter langen Tunnel bekannt wurde.

Hintergrund

Geschichte bis zur Gründung des Staates Israel

Das Gebiet des heutigen Staates Israel und der besetzten Palästinensergebiete (beides zusammen das geographische Palästina) gehört zu den Gegenden der Erde, die am längsten vom Menschen der Gattung Homo sapiens sapiens besiedelt sind. Archäologische Funde im Bereich des Karmelgebirges datieren zurück bis in die Altsteinzeit; manche Funde werden auf 100.000 Jahre geschätzt. Ein herausragendes Merkmal der regionalen Geschichte ist die Vielzahl verschiedener Herrschaften und Kriege; das hängt damit zusammen, dass das Gebiet an der südöstlichen Mittelmeerküste strategisch sehr bedeutsam und daher umkämpft war.

Schon in der Bronzezeit (ab 3000 v. u. Z.) bestehen verschiedene befestigte Städte und Stadtstaaten (z. B. Megiddo und Hazor), die Region wird zu dieser Zeit durch die Hochkulturen in Ägypten und Mesopotamien beeinflusst. Nach 2000 v. u. Z. treten auch die Israeliten auf; die Geschichten der Erzväter Israels – Abraham, Isaak und Jakob – beziehen sich auf diese Zeit. Überkommen sind sie nur in jüdischem Schrifttum, das als historisch-objektive Quelle nicht taugt. In der Zeit um 1000 v. u. Z. kämpfen die Israeliten gegen die Philister, die vor allem an der Küste ansässig sind. In diese Zeit fällt auch die Errichtung des Königreiches mit den Königen Saul, David und Salomo; letzterer baute nach biblischer Darstellung um 950 den ersten Tempel in Jerusalem. Nach Salomos Tod zerfällt das Reich in ein Nord- (Israel) und ein Südreich (Juda). Das Nordreich wird noch vor 700 von den Assyrern erobert, das Südreich findet sein Ende mit der Eroberung durch den babylonischen König Nebukadnezar II., der 586 Jerusalem erobert und den Tempel zerstören lässt.

Nach der Eroberung Babylons durch den Perserkönig Kyros II. im Jahr 539 v. u. Z können nach Babylon verschleppte Juden wieder zurückkehren, der Tempel in Jerusalem wird wieder aufgebaut. Alexander der Große erobert um 330 v. u. Z die Region, anschließend herrschen hier mit den Diadochen seine Nachfolger. Vor allem Antiochos IV. gerät durch den Versuch, das Land zu hellenisieren und das Judentum zu unterdrücken, in einem massiven Gegensatz zu den gläubigen Juden, so daß es 166 schließlich zum Makkabäeraufstand kommt. Aufgrund des Aufstands werden judenfeindliche Gesetze aufgehoben, der Tempeldienst wird wieder möglich. In den folgenden Jahren können sich die Aufständischen weitgehend durchsetzen, es kommt zur Entstehung eines weitgehend selbständigen Staates unter den Hasmonäern. Der Hasmonäerstaat findet sein Ende mit der Eroberung durch den römischen Feldherrn Pompeius 63 v. u. Z.

Ab dieser Zeit bis in das 7. Jahrhundert untersteht Palästina römischer und byzantinischer Herrschaft. Die Römer setzen vor Ort Prokuratoren ein, stützen sich aber auch auf einheimische Herrscher: Herodes der Große und seine Nachfolger haben über mehrere Jahrzehnte als Könige erhebliche Macht im Land. In Herodes' Amtszeit (37-4 v. u. Z.) entfaltet sich eine rege Bautätigkeit: Herodes lässt den Tempel in Jerusalem erneuern (aus dieser Zeit stammt die heutige West- bzw. Klagemauer), legt Festungen u. a. in Masada und Herodion an, lässt Paläste bauen und errichtet zu Ehren des römischen Kaisers die Hafenstadt Caesarea. Auch zur Zeit der Römer kommt es zu erheblichen Spannungen, die sich in zwei großen Aufständen entladen. Der erste große Aufstand gegen die legitimen Oberherren wird um 70 niedergeschlagen, der Tempel in Jerusalem von den Römern zerstört; in der Felsenfestung Masada können sich Aufständische noch einige Jahre halten, unterliegen schließlich aber auch. Der zweite große Aufstand, der so genannte „Bar-Kochba-Aufstand“ entzündet sich 132 daran, dass der römische Kaiser Hadrian den Juden die Vorhautamputation verbietet. Die Römer schlagen die Rebellion um Bar Kochba und seine Anhänger nieder, es kommt zu Hinrichtungen. Auf den Ruinen des völlig zerstörten Jerusalems errichten die Römer die neue Stadt Aelia Capitolina, Juden dürfen dort nicht mehr wohnen.

Mit dem Aufstieg des paulinischen Christentums gewinnt Palästina wieder erheblich an Bedeutung. Nachdem seit der „Konstantinischen Wende“ 313 das Christentum einflussreicher wird und schließlich zur römischen Staatsreligion wird, interessieren sich die Christen verstärkt für das Heilige Land. An vielen biblischen Orten werden daher Kirchen und Kapellen errichtet; der Überlieferung nach reist Konstantins Mutter Helena selbst in das Land, sucht heilige Stätten auf und lässt dort Gebäude errichten.

Nach dem Sieg der Araber über das byzantinische Heer 636 geht die christliche Herrschaft im Land zu Ende. Die Araber tolerieren die Christen und Juden, um 700 errichten sie in Jerusalem auf dem Tempelberg den Felsendom. Um 1000 kommt es zu Auseinandersetzungen; nichtmuslimische Bewohner Palästinas werden verfolgt, die Grabeskirche zerstört. Überfälle auf Pilger im 11. Jahrhundert sind schließlich der Auslöser für die Kreuzzüge.

Ab Ende des 11. Jahrhundert brechen Christen in Europa auf, um in den Kreuzzügen die heiligen Stätten zu schützen. 1099 befreien sie Jerusalem und richten dabei ein Massaker unter der Bevölkerung an. Die Kreuzfahrer errichten das „Königreich Jerusalem.“ Allerdings fällt Jerusalem schon 1197 wieder an die Araber, Akko wird die neue Hauptstadt des Reiches. In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erobert Baibars weitgehend den Kreuzfahrerstaat, 1291 wird mit Akko auch der letzte Rückzugsort der Kreuzfahrer eingenommen.

Auf die Kreuzfahrer folgt bis Anfang des 16. Jahrhunderts die Herrschaft der Mamelucken. Dann fällt Palästina an das Osmanische Reich, zu dem es bis 1918 gehört. Dabei kommt es in Palästina zunächst zu einem Aufschwung, u. a. wird die jerusalemer Stadtmauer erneuert. Danach stagniert das Land jedoch weitgehend. Ab dem 19. Jahrhundert ergeben sich wieder stärkere Entwicklungsimpulse durch die Ansiedlung der deutschen Templer (u. a. in Haifa) und die zunehmende Einwanderung von Zionisten. 1878 wird mit Petach Tikwa die erste jüdische ländliche Siedlung gegründet. 1909 folgt die Gründung Tel Avivs als rein jüdischer Stadt; auch die Gründung des ersten Kibbuz fällt in diese Zeit.

Nach dem ersten Weltkrieg fällt Palästina unter Britisches Mandat, Großbritannien wird vom Völkerbund beauftragt, die in der Balfour-Deklaration zugesagte Schaffung einer Heimstätte für das jüdische Volk umzusetzen. Im Laufe der Jahre kommt es zu stärkeren Spannungen und gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Juden und einheimischen Arabern, was vor allem mit der anhaltenden jüdischen Zuwanderung und Verdrängung der indigenen Palästinenser zu tun hat. Die Briten geben angesichts von Aufständen der Araber unter dem Großmufti von Jerusalem al-Husseini nach und erschweren daher ab 1939 trotz der nationalsozialistischen Verfolgungen den Juden die Einwanderung. Das Ha’avara-Abkommen erleichtert während seiner Umsetzung zwischen Nov. 1933 und dem 9. Mai 1940 die jüdische Auswanderung aus dem deutschen Reich. Es wandern viele Juden im Rahmen der Alija Bet von 1934 bis zur Unabhängigkeitserklärung illegal nach Palästina ein. 1947 beschließt die Vollversammlung der UNO die Teilung des umstrittenen Gebiets und die Schaffung eines jüdischen und eines arabischen Staates. Dieser Vorschlag wird von der arabischen Seite jedoch abgelehnt, so daß sich der seit 1945 von jüdischer Seite mit terroristischen Mitteln geführte Krieg fortsetzt.

Ein Land zwischen Krieg und Frieden

Mit dem Ende des britischen Mandates am 14. Mai 1948 proklamiert Ben Gurion den unabhängigen Staat Israel. Unmittelbar nach der Proklamation beginnen die vier Nachbarstaaten, der Irak und Saudi-Arabien einen Krieg mit dem Ziel, den neuen jüdischen Staat zu vernichten. Der erste Palästinakrieg bzw. Israelische Unabhängigkeitskrieg dauert bis Anfang 1949. In der Zwischenzeit gelingt es den zionistischen Truppen, die gegnerischen Armeen in Schach zu halten und sogar noch Gebietsgewinne in vormals vorwiegend arabisch besiedelten Gebieten (vor allem in Galiläa) zu machen, so daß Israel am Ende des Krieges ein wesentlich größeres Gebiet kontrolliert als im UN-Teilungsplan vorgesehen. Die hier lebenden mohammedanischen Palästinenser fliehe oder werden vertrieben. Die meisten enden dauerhaft in Flüchtlingslagern im Gazastreifen und der zu Jordanien gehörende Westbank. In den folgenden Jahrzehnten kommt es zu weiteren Kriegen. Für die späteren Entwicklungen ist insbesondere der Sechstagekrieg von 1967 entscheidend: Israel okkupiert dauerhaft das Westjordanland und den Gazastreifen und baut dort später Siedlungen, die heute ein erhebliches Hindernis für den Frieden in der Region darstellen. In diesem Krieg werden auch die wasserreichen Golanhöhen erobert, die für einen möglichen zukünftigen Friedensschluss mit Syrien von erheblicher Bedeutung sind.

Israel gelang es mit amerikanischer Unterstützung erst lange nach dem Sechstagekrieg, mit Ägypten und mit Jordanien Friedensverträge zu schließen. In den letzten Jahrzehnten wurden auch immer wieder Anläufe für einen umfassenden Friedensschluss mit den Palästinensern genommen, an dessen Ende ein unabhängiger Staat Palästina stehen soll. Alle bisherigen Initiativen sind jedoch gescheitert – zum Beispiel, weil immer wieder neue zionistische Siedlungseinheiten in den besetzten Gebieten genehmigt werden, wobei die einhergehenden entschädigungslosen Enteignungen von palästinensischer Seite zurecht als Provokation empfunden werden. Den militärisch schwachen Palästinensern bleibt nur die Kleinkriegführung, was zur Destabilisierung weiterhin beiträgt. Israel hat die Angriffe mit hausgemachten Raketen aus dem Gazastreifen mehrfach zum Anlass für scharfes militärisches Vorgehen mit zahlreichen toten Zivilisten genommen. 1995 begann mit dem Bau einer fast 800 km langen Mauer zum Westjordanland, wodurch die gesamte arabischstämmige Bevölkerung dort zu Gefangenen gemacht werden kann.

Nach langen Jahren der weitgehend vergeblichen Friedensbemühungen hat sich auf beiden Seiten eine gewisse Resignation breit gemacht. Der palästinensische Antrag auf die Aufnahme als Vollmitglied in die Vereinten Nationen vom September 2011 kann vor diesem Hintergrund als Versuch gesehen werden, wieder Bewegung in die Verhandlungen zu bringen. Ein Veto der USA, deren Politik durch die dort starke Israellobby geprägt ist, verhinderte dies. Gleichzeitig nahm eine Zeit lang der Druck auf Israel zu, tatsächlich zu verhandeln – statt durch den fortgesetzten Siedlungsbau im Westjordanland Tatsachen zu schaffen, die der Gründung eines Staates „Palästina“ im wahrsten Sinne des Wortes im Weg stehen. Die Politik des konservativen Likud-Blocks, der die Koalitionsregierungen der letzten Jahre dominiert hat im letzten Jahrzehnt bis 2019 jegliche Entspannung verhindert, vielmehr eine gezielt gegen den arabischstämmigen Bevölkerungsteil gerichtete Politik geführt. Seit in den USA Donald Trump amtiert, der durch die Verlegung der amerikanischen Botschaft nach Jerusalem die arabische Welt provoziert und Benjamin Netanjahu wieder Ministerpräsident ist, wird nur noch auf Unterdrückung gesetzt.

Israel, der zionistische Staat

Bis heute sind die Auseinandersetzungen um den jüdischen, d.h. den durch die Dogmen des politischen Zionismus geprägten, Staat Israel von erheblicher Bedeutung für die Politik und das Leben in der gesamten Region wie in Israel selbst. Das betrifft zunächst das Verhältnis zu den Nachbarn: Obwohl Israel mit Ägypten und Jordanien Friedensverträge geschlossen hat, sind die Beziehungen eher kühl geblieben; viele Araber empfinden das Land noch immer als Fremdkörper in der arabischen Staatenwelt des Nahen Ostens und kritisieren Israel in seiner Rolle als Besatzer palästinensischen Landes. Dieses kühle Klima hat sich mit den durch US-Finanzierung durchgeführten Umstürzen während des so genannten „arabischen Frühlings“ 2011 eher noch verschlechtert – die bis dahin legitimen Regierungen in den Nachbarländern wie Ägypten waren zwar keine waschechten Demokratien, aber aus israelischer Sicht waren sie doch wenigstens verlässlich und stabil.

Auch die Beziehungen zu den Arabern innerhalb der anerkannten israelischen Staatsgrenzen sind von den geschichtlichen Hypotheken belastet: Die Araber mit israelischer Staatsbürgerschaft sind faktisch in vielen Bereichen benachteiligt, so dürfen sie z. B. keinen Wehrdienst leisten. Gegenseitiges Misstrauen und Spannungen zwischen Juden und Arabern gibt es. Allein schon die in ihrem Ausweis vergebene „Palästinenser-ID“-Kennziffer führt zu vielfacher Diskriminierung auch wirtschaftlicher Art. Die Frage, wo der Platz der israelischen Araber in einem Staat ist, der sich als jüdischer Staat versteht, ist bis heute nicht abschließend geklärt.

Anreise

Einreisebestimmungen

Für einen Besuch in Israel ist ein Reisepass nötig, der bei Einreise noch mindestens sechs Monate gültig ist. Im Normalfall benötigen Bürger Deutschlands, Österreichs und der Schweiz kein Visum. Sie bekommen bei der Einreise ein dreimonatiges Touristenvisum (B-2-Visum), das nicht mehr in den Reisepass gestempelt wird, sondern als eine Art mit Bild versehenes Einlegeblatt in den Pass eingelegt wird und beim Duty-Free-Einkauf, bei der steuerfreien Bezahlung der Unterkunft als Tourist und bei der Ausreise vorzulegen ist; bei der Ausreise erhält man eine ähnlich aufgemachte Ausreisebestätigung. Eine gebührenpflichtige Verlängerung des Aufenthaltszeitraums kann in Israel beantragt werden. Die Außenstellen der Population & Immigration Authority (Kurzwahl ☎ 3450) öffnen normalerweise So.-Do. 8.00-12.00.

Eine Sonderregelung bei der Visumspflicht gibt es für deutsche Staatsbürger, die vor dem 1. Januar 1928 geboren sind. Sie müssen im Vorfeld ein Visum beantragen, welches die israelische Botschaft kostenlos und für die Gültigkeitsdauer des Passes ausstellt, sofern dem Antragsteller keine tiefe Verstrickung in den Nationalsozialismus nachgewiesen wurde. Juden haben mit dem “right of return” automatisch die israelische Staatsbürgerschaft und Daueraufenthaltsrecht, müssen dies aber ggf. durch entsprechende Unterlagen belegen. Einen Überblick über weitere Visa-Typen gibt das israelische Außenministerium auf seiner entsprechenden Seite (englisch). “Bible basher” und ähnliche ausländische Missionare sind nicht willkommen.
Die israelische Regierung betrachtet alle im Ausland geborenen Kinder von Israelis automatisch als ihre Staatsangehörigen. Sie müssen mit einem israelischen Paß einreisen und unterliegen der Wehrpflicht.

Ausführliche Visainformationen findet man auf den Seiten der jeweils zuständigen israelischen Botschaft (Berlin, Wien (Tel. Auskunft Mo.-Fr. 12.30-16.30: ☎ 01 476 46-587) und Bern (Tel. Auskunft Mo.-Fr. 12.00-14.00: ☎ 031 356 35 87).

Deutsche und Österreicher im Alter von 18-30 Jahren können ein “Working Holiday”-Visum beantragen. Während des einjährigen Aufenthalts darf man max. drei Monate je Arbeitgeber tätig sein. Wer sich vom Chef betrogen fühlt erhält Hilfe bei der Kav LaOved Worker's Hotline (☎ +972 3 688 376). Hinsichtlich Freiwilligendiensten usw. gibt es unten Links zu Kibbuz usw. Hierfür benötigt man das „Volontärvisum,“ das bei der entsprechenden Abteilung des Innenministeriums zu beantragen ist.

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Zu beachten ist, dass bei der Landeinreise von Jordanien oder Ägypten aus die jordanischen bzw. ägyptischen Stempel ebenfalls einen Israel-Aufenthalt belegen. Man darf mit demselben Reisepaß in der arabischen Welt nur noch nach Oman oder Ägypten reisen. Auch Pakistan, Malaysia und Bangladesh verweigern die Einreise wenn man nachweislich, d. h. erkennbar anhand Stempels im Paß, in Israel war.

Ein israelischer Stempel im Pass führt dazu, dass bestimmte Staaten die Einreise verweigern, sogar wenn für diese Länder ein Visum vorliegt. Seit 2014 wird der Pass ohne Rückfrage nicht mehr gestempelt, sondern ein mit Passbild versehenes Einreisevisum eingelegt.

Deutsche Staatsbürger können einen Zweitpass beantragen, wenn sie nach einem Israelbesuch noch weitere Staaten im Nahen Osten besuchen wollen, die eine Einreise mit israelischem Stempel verweigern würden. Ob man das Dokument erhält, liegt im „pflichtgemäßen Ermessen“ der örtlich zuständigen Meldestelle.

Umgekehrt führen Stempel arabischer Länder oder ein „arabisch klingender“ Familienname im Pass dazu, dass die Kontrollen und Befragungen vor dem Abflug nach Israel schärfer ausfallen. Die Regierung der BRD gestattet Mitarbeitern der israelischen Staatssicherheitsorgane entsprechende Verhöre auf deutschem Boden durchzuführen.

Hat man Bekannte in Israel, bei denen man wohnen möchte, werden solche Angaben beim Einreiseverhör oft überprüft was zu mehrstündigen Verzögerungen führen kann. Es ist sinnvoll derartige Kontakte entweder vorzuwarnen oder zu verschweigen.

Zoll

Die Einfuhr von Pornographie und Frischfleisch ist verboten. Gemüse, Pflanzen, Samen usw. unterliegen Beschränkungen, die vorab zu klären sind. Schußwaffen sind genehmigungspflichtig, auch (kleinere) Messer, die keine Alltagsgegenstände für Sport oder Küche sind, werden mißtrauisch begutachtet.

Hunde, Katzen und Vögel benötigen ein Gesundheitszeugnis, das meist in der Form des EU-Heimtierausweises vorliegen wird. Alle Hunde älter als drei Monate müssen gegen Tollwut geimpft sein, jüngere werden nicht ins Land gelassen. Die geplante Einreise muß mindestens 48 Stunden vor Ankunft per Fax (+972-8-9229906) bei der Quarantänestation Ramla angemeldet werden. Anzugeben ist Tierart, Name des Eigentümers, Flugnummer und vsl. Ankunftszeit.

Freimengen (ab 18)

1 Liter Schnaps oder 2 Liter Wein
250 Gramm Tabakprodukte oder 200 Zigaretten
250 ml Parfüm
Geschenke für max. US$ 200

Paßkontolle Einreisezettel Grenze Taba
Li.: Paßkontrolle am Ben-Gurion-Flughafen. Mi.: Ein- und Ausreisezettel. Re.: Grenzübergang Taba.

Ausreise

Bei der Ausreise auf dem Landweg ist eine saftige Ausreisegebühr zu entrichten. Beim Grenzübertritt an der Allenby-Bridge sind so für jede Person 2017 105 bzw. 176 ₪ zu bezahlen. Diese gilt für alle Personen, die älter als zwei Jahre sind. Etwas billiger sind andere Grenzübergänge (Gebührenübersicht Stand 1.1.2019) Die Gebühr kann auch in Euro oder Dollar oder vorab bei der Postbank entrichtet werden.

Bei Flugreisen ist die Gebühr automatisch im Ticketpreis eingerechnet.

Mit dem Flugzeug

Das Flugzeug ist das Verkehrsmittel, das für die Anreise nach Israel am häufigsten gewählt wird. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Israel auf der Straße nur mit Schwierigkeiten und auf der Schiene gar nicht erreicht werden kann.

Israel verfügt nur über einen bedeutenden internationales internationales Einfallstor, den Flughafen Ben Gurion, der in einem eigenen Artikel beschrieben ist. Er liegt nahe Tel Aviv. Knappe Informationen zur Anreise stellt auch der Flughafen selbst auf seinen Internetseiten zu diesem Thema auf englisch bereit.

Zum Besuch des Süden des Landes am roten Meer gibt es seit April 2019 nur noch den Ramon International Airport Eilat, der auch von europäischen Fluggesellschaften der Holzbankklasse frequentiert wird.

Die wichtigsten israelischen Fluggesellschaften sind die nationale, mittlerweile privatisierte El Al, deren Tochterunternehmen und Charterfluggesellschaft Sun d’Or, sowie die preiswerteren privaten Unternehmen Arkia Airlines und Israir. Die meisten größeren Fluggesellschaften der Welt fliegen von einer Vielzahl von Flughäfen aus Israel an. Aufgrund der politischen Situation ist es zur Zeit nicht möglich, Israel aus arabischen Staaten direkt anzufliegen.

Bei Flugreisen nach Israel muß man mit verstärkten Sicherheitsvorkehrungen rechnen. Gerade El-Al-Flüge sind häufig besonders gesichert; am Münchener Flughafen werden sie beispielsweise an einem eigenen Sicherheitsterminal, von dem sonst nur Abschiebungen stattfinden, mit großer Polizeipräsenz abgefertigt. Man sollte drei Stunden vor dem Flug am Flughafen sein, da man einer Sicherheitsbefragung vor dem Abflug unterzogen wird und weil möglicherweise das Gepäck gründlich durchsucht wird. Im Rahmen der Befragung werden Fragen nach dem Grund der Reise, aber z. B. auch danach, ob man seinen Koffer selbst gepackt hat oder ob einem jemand etwas zum Transport nach Israel mitgegeben hat oder das Gepäck unbeaufsichtigt war, gestellt. Teils werden am Gate nochmals routinemäßig einige der Fluggäste und das Handgepäck untersucht. Normalerweise befinden sich Sicherheitsbeamte vor Ort, die die Befragung in der jeweiligen Landessprache durchführen können (bzw. beim Rückflug in der Sprache des Ziellandes), auf Englisch ist die Befragung immer möglich. Durch die paranoiden Sicherheitsvorkehrungen ist ein Flug nach Israel sicher.

Auto und Bus

Will man mit dem Auto oder dem Bus anreisen, kann man das nur von Ägypten oder Jordanien aus tun; zwischen dem Libanon und Israel sowie zwischen Syrien und Israel gibt es keine Grenzübergänge. Eine Anreise auf dem Landweg aus Mitteleuropa ist derzeit praktisch unmöglich geworden. Die grüne Versicherungskarte gilt in Israel.

An der Grenze zu Jordanien bestehen drei Übergänge. Einzelheiten finden sich im Landesartikel Jordanien. Von Ägypten aus gelangt man über den Taba-Grenzübergang nach Israel, der Rafah-Grenzübergang führt nach Gaza.

Die Einreise auf dem Landweg gestaltet sich ähnlich wie eine Einreise über einen Flughafen. Man muß Pass- und Sicherheitskontrollen passieren und das Gepäck wird genauso wie am Airport durchleuchtet, für das Prozedere wird eine Ein- resp. Ausreisesteuer verrechnet. Auch bei Einreise auf dem Landweg erfolgt eine Befragung durch die israelischen Behörden, so dass die Einreiseprozedur auch eine Dauer von Stunden erreichen kann.

Das israelische Tourismusministerium stellt einige knappe Informationen zu den Grenzübergängen auf seiner Internetseite bereit. Ausführlichere Informationen zu den einzelnen Grenzübergängen findet man im Landesartikel Jordanien oder auf den Seiten der Israel Airports Authority, die auch für Grenzübergänge verantwortlich ist.

Auf dem Seeweg

Es ist derzeit nur schwer möglich, mit dem Auto per Fähre nach Israel einzureisen. Die Hafengebühren sind hoch, der bürokratische Aufwand auch. Grimaldi Lines fährt nicht mehr aus Salerno nach Israel. Salamis Shipping transportiert (Sept. 2018) ein Mal wöchentlich nur Fahrzeuge, keine Fußpassagiere, zwischen Athen-Lavrio und Haifa.

Cruise Cyprus bietet 2019 Ausflugsfahrten ab Limassol nach Haifa und Ashdod an. Die beiden genannten Häfen werden auch von Kreuzfahrschiffen, die im östlichen Mittelmeer unterwegs sind angelaufen.

Sportsegler

Mit der Yacht einreisen darf in den Häfen Ashkelon, Eilat, Haifa und Herzliya, jedoch nicht Tel Aviv. In jedem Fall sollte man sich über die Sperrzonen vor der israelischen Küste informieren. Die Marine setzt u. a. die Seeblockade vor dem Gazastreifen mit Waffengewalt rigoros durch. Vor dem Anlaufen Eilats sollte man sich mindestens 48 Stunden im voraus bei shipping@idf.gov.il anmelden, und ggf. das Formular IMOT (für Israelis an Bord) ausfüllen, um Problemen mit der Küstenwache vorzubeugen. Angehalten wird man auf See trotzdem fast immer weit vor der Küste. Eine Versicherung ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, wird aber in den Häfen regelmäßig verlangt. Liegegebühren errechnet man auf Basis der Länge des Schiffs.

Das Einklarieren ist gebührenpflichtig pro Boot und pro Person; Nacht- (16.00-8/9.00 Uhr) und Wochenendzuschlag am Freitag und Samstag ist doppelter Tarif. Sicherheits- und Zollkontrollen sind genau aber korrekt, teilweise werden Drogen- und Sprengstoffwischtests gemacht.

Die Ausstattung der sechs Seemeilen nördlich Tel Aviv gelegenen Herzliya-Marina, die auch landseitig verkehrsmäßig gut angebunden ist, wird allgemein gelobt.

Mobilität

In Israel kann man sich sowohl mit öffentlichen Verkehrsmitteln als auch mit Mietwagen gut fortbewegen. Der öffentliche Verkehr wird in Israel nach wie vor zu großen Teilen mit Bussen abgewickelt, die fast in jeden Winkel des Landes fahren. Taxis (speshel) gibt es überall, deren Fahrer erhalten keine Trinkgelder. Konzessionierte Taxis sind an den letzten beiden Ziffern des Nummernschildes erkennbar: 25 oder 26. Sie verfügen sämtlich über Taxameter. Zwischen 21.00 und 5.00 Uhr gilt der ein Viertel teurere Nachttarif. Große Gepäckstücke sowie ein dritter und vierter Fahrgast kosten Zuschlag, ebenso wie telephonische Bestellung.

In den Metropolregionen, jeweils mit Zonensystem, ist der gesamte Nahverkehr auf elektronische Fahrkarten umgestellt. Man muß die Chipkarte Rav Nav, die auf Guthabenbasis funktioniert, für 5 ₪ kaufen und dann am Fahrkartenautomaten aufladen. Es gibt auch personalisierte Varianten mit Photo, die aber eher für Dauerkarten interessant sind. Verfügbar sind (auch in Kombination): Einzelfahrten, Mehrfachfahrten (2, 10, 20), Wochenticket und Monatsticket. Abgebucht wird jeweils zweckspezifisch, da man keinen Geldwert auflädt, sondern zweckgebunden Fahrten eines bestimmten Typs erwirbt. Es gibt auch eine Tageskarte Gesamt-Israel für 60 ₪ (2019), deren Code am Automaten ist 950. Fast alle Stadtbusse sind inzwischen rollstuhlgerecht.

Die israelische Bahn in den letzten Jahren ihr Angebot massiv ausgeweitet und verbessert, so daß inzwischen viele größere Städte auch mit dem Zug erreicht werden können. Auch ihre Fahrkarten können mit der Rav Nav an den Sperren zum Bahnsteig bezahlt werden. Die Fahrradmitnahme ist während Spitzenzeiten, 6.00-9.00, 15.00-19.00 Uhr, nicht gestattet.

Das Straßennetz ist engmaschig und in einem guten Zustand; die Hauptverkehrsadern des Landes sind häufig zu mehrspurigen Autobahnen ausgebaut, daneben bestehen viele autobahnähnliche Straßen und einfache Landstraßen. Es herrscht Alkoholverbot am Steuer (0,0-0,1 ‰). Mietwagen dürfen in den wenigsten Fällen in die Westbank gefahren werden. Ob ein Autohalter Jude oder Palästinenser ist kann man am Nummernschild erkennen. Jüdische Zivilisten haben gelbe (!) Nummernschilder, Araber weiße oder grüne. Verkehrszeichen folgen weitgehend dem in Europa üblichen Muster.

Auf einigen Schnellstraßen, z. B. dem Highway 6 wird elektronisch Maut erhoben.

Fernbusse fahren nicht allzu weit, die längste Strecke ist von Eilat bis Akko, 474 km. Die meisten innerstädtischen Verbindungen sind jedoch unter zweihundert Kilometer. Reservierungen sind, außer nach Eilat, unüblich. Bezahlt wird am Schalter im Busbahnhof oder bar beim Fahrer. Es gibt drei Kategorien: normal (me’asef) hält an jeder Milchkanne, Expreß und direkt von A nach B. Nicht alle Firmen bieten Rabatte auf Rückfahrkarten, wenn, dann sind 15% üblich. Fahrräder können kostenlos mitgenommen werden.

Das größte Busunternehmen, das auch den jerusalemer Nahverkehr betreibt ist Egged. Im Großraum Tel Aviv fährt Dan.

Gut 120 km Radwege sind im Stadtbereich von Tel Aviv ausgewiesen.

Mobilitätssituation am Wochenende und an Feiertagen

Wenn man in Israel unterwegs ist, sollte man grundsätzlich die völlig andere Mobilitätssituation am Schabbat beachten, die letztlich alle Verkehrsmittel betrifft. Während des Schabbat, also zwischen Freitagabend und Samstagabend, ruhen praktisch alle öffentlichen Verkehrsmittel; es fahren keine Züge und im Normalfall auch keine Busse der großen Busunternehmen. Ausnahmen gibt es in Haifa und dort, wo arabische Busunternehmen Linien bedienen (z. B. in der Umgebung von Nazareth). Es ist also beispielsweise nicht möglich, am Samstagvormittag von Tel Aviv nach Jerusalem einen Bus oder einen Zug zu nehmen: Es fährt weder das eine noch das andere.

Wenn man es ohne Probleme einrichten kann, ist es daher am einfachsten, man plant für die Zeit von Freitagnachmittag bis Samstagabend einen Aufenthalt an einem Ort ein und reist danach weiter. Alternativ könnte man – zumindest eingeschränkt – die „Scheruts“ bzw. Scherut-Taxis (Monít Scherút, hebr. מונית שירות, zusammengesetzt aus Scherut gleich „Dienst“ oder „Service“ und Monit gleich „Taxi“) benutzen. Dieses Verkehrsmittel ist für Mitteleuropäer eher ungewöhnlich: Bei den Scheruts handelt sich um Großraum- bzw. Sammeltaxis, die zum Teil auf der Strecke wichtiger Buslinien fahren oder, wie weiter oben schon erwähnt, den Flughafen mit verschiedenen großen israelischen Städten verbinden. Anders als die Flughafen-Scheruts haben die Sammeltaxen, die parallel zu Buslinien fahren, oft ein Schild mit der Liniennummer in der Windschutzscheibe und haben feste Start- und Zielpunkte. Da die Sammeltaxis auch am Schabbat verkehren, kommt man mit ihnen zumindest eingeschränkt in andere Städte oder Stadtteile. Die Preise sind allerdings etwas höher als bei den Bussen. Auch normale Taxis verkehren dauernd, sind aber wesentlich teurer.

Wenn man mit dem Auto unterwegs ist, ist man vom Schabbat zunächst weniger betroffen. Es ist im Gegenteil so, dass dann das Verkehrsaufkommen deutlich niedriger ist als während der Wochentage und dass man auf den Schnellstraßen der großen Städte schneller vorankommt. Allerdings kann es sein, dass in Wohnvierteln mit einem hohen Anteil religiöser Juden Straßen (auch größere) gesperrt sind. Während säkulare Juden am Schabbat selbstverständlich Auto fahren, sehen orthodoxe Juden das grundsätzlich als verboten an. Es kam schon vor, dass fahrende Autos am Schabbat mit Gegenständen beworfen wurden, wenn sie in orthodoxen Vierteln in Jerusalem unterwegs waren.

Die Hinweise für den Schabbat gelten im Prinzip auch für die hohen jüdischen Feiertage: Auch dann ist es so, dass die Verkehrsmittel ab dem Vorabend des Festes den Betrieb einstellen. Noch schwieriger ist die Situation für Reisende am jüdischen Feiertag Jom Kippur, dem höchsten jährlichen jüdischen Feiertag (etwa Ende September/Anfang Oktober). Dieser Feiertag wird auch von den meisten säkularen Juden beachtet; daher ruht an diesem Tag selbst der Individualverkehr, es fahren auch keine Taxis. Wenn man am Vorabend des Jom Kippur sein Ziel nicht mehr erreicht, kann man sich darauf einstellen, einen Tag dort verbringen zu müssen, wo man gerade ist.

Mit der Bahn

Viele größere Städte in Israel können inzwischen auch mit den Zügen der Israel Railways (רכבת ישראל Rakévet Jisra'él) erreicht werden. Erst seit den 1990er Jahren bietet die Eisenbahn gute Alternativen zur Fahrt mit dem noch immer weit verbreiteten Bus. Die Zugverbindungen wurden seitdem vervielfacht und das Netz in vielen Bereichen saniert oder neu gebaut. In den nächsten Jahren sollen die Angebote weiter verbessert werden und weitere Strecken in Betrieb gehen.

Eingesetzt werden entweder die von der DB bekannten Doppelstockwaggons oder IC3-Züge aus Dänemark.

Das Streckennetz (Karte) ist nach wie vor vergleichsweise klein und im Wesentlichen auf den Küstenstreifen beschränkt. Die Züge der israelischen Eisenbahn bedienen insbesondere den Großraum Tel Aviv mit einem S-Bahn-ähnlichen Angebot. Wichtige Verbindungen außerhalb dieses Gebiets gibt es

  • über Haifa und Akko nach Naharija (bis Haifa 2-3 Züge/Std., darüber hinaus 1-2 Züge/Std.), die historische Jaffa-Jerusalem-Strecke ist landschaftlich reizvoll
  • über Bet Schemesch nach Jerusalem (bis Bet Schemesch stündlich, darüber hinaus meist nur alle 2 Std.),
  • Schellzüge Jerusalem-Yitzhak-Navon ↔︎ Tel Aviv-HaShalom (Umstieg am Flughafen Ben Gurion) befahren die Strecke seit 2018 in 51 Minuten.
  • über Aschodod nach Aschkelon (1-2 Züge/Std.) und
  • nach Be'er Scheva (stündlich).

In die Nachbarstaaten bestehen keine Verbindungen; die Strecken, die früher einmal z. B. nach Ägypten und in den Libanon führten, wurden nach der israelischen Staatsgründung unterbrochen.

Die Eisenbahnen sind modern und durchweg mit Klimaanlagen ausgestattet, die Preise der Tickets sind niedrig, es gibt auf der englischen Webseite der Bahn einen Tarifrechner.

Die wichtigsten Umsteigebahnhöfe des Netzes befinden sich in Tel Aviv. Israel Railways empfiehlt den nördlichsten (Tel Aviv University) und den südlichsten (Tel Aviv haHagana) Bahnhof als Umsteigebahnhöfe. Umsteigen kann man aber auch am Tel Aviver Hauptbahnhof „Tel Aviv Merkaz (bzw. Center) – Savidor.“ Am Hauptbahnhof halten auch verschiedene regionale und überregionale Buslinien. Weitere wichtige Umsteigebahnhöfe sind der Hauptbahnhof Haifa (Haifa Center haSchmona), Binjamina (Wechselmöglichkeit von der Intercityverbindung Haifa – Tel Aviv auf die Tel Aviver Vorortlinie nach Norden) und Lod für einige von Süden kommende Linien. Wichtige Umsteigebahnhöfe in das Busnetz sind in Haifa die Bahnhöfe „Hof haCarmel“ und „Lev haMifrats,“ die beide in unmittelbarer Nähe der gleichnamigen Busbahnhöfe liegen. In Tel Aviv kann man vom Bahnhof „Tel Aviv haHagana“ in etwa fünf Minuten zum Neuen Zentralen Busbahnhof laufen (vom Bahnhof in Westrichtung halten, 400 m den Straßen haHagana und Levinsky folgen).

Da die Eisenbahn auf dem Gebiet des Mandatsgebietes Palästina als Verkehrsträger nie die Bedeutung hatte wie in Europa, sind die Bahnhöfe klein und überschaubar. Die meisten Bahnhöfe haben nur zwei Richtungsgleise, so daß man sich kaum verirren kann. Es erleichtert das Reisen, dass die Schilder mit dem Bahnhofsnamen nicht nur hebräisch, sondern auch arabisch und vor allem englisch beschriftet sind. Leider sind die meisten anderen Aufschriften und Durchsagen nur in Hebräisch, aber man findet meist problemlos nette Menschen, die diese ins Englische übersetzen können.

Die Bahnhöfe liegen leider oft relativ weit von den Stadtzentren entfernt, weswegen vorher ggf. ein Blick auf den Stadtplan sinnvoll ist. Oft wird man am Zielort noch ein Stück mit dem Bus fahren müssen, manchmal ist es sogar sinnvoller, gleich auf den Bus auszuweichen. Fahrten mit dem Zug lohnen sich aufgrund der Taktdichte und der guten Anschlüsse insbesondere zwischen Haifa, Tel Aviv und dem Flughafen. Auf anderen Strecken kann das möglicherweise anders sein. Das gilt auch für Jerusalem: Man erreicht den dortigen Zentralen Busbahnhof in knapp einer Stunde, wenn man in Tel Aviv den Bus nimmt. Der Zug fährt zwar durch eine landschaftlich reizvolle Gegend, braucht aber nach Jerusalem eine dreiviertel Stunde länger – und der Bahnhof befindet sich auch noch einige Kilometer südlich der Innenstadt, so daß man noch einmal auf Busse umsteigen muß.

Gekaufte Tickets gelten bis zu einem beim Kauf vorbestimmten Zielort. Dabei ist das Ticket zum Einlass per Sperre sowie zum Verlassen des Zielbahnhofes – ebenfalls per Sperre – notwendig und sollte daher während der Fahrt nicht verloren gehen. Die Fahrkarte ist nämlich nur für den gewählten Zielbahnhof gültig; steigt man an einem anderen Bahnhof aus, wird einem das Drehkreuz das Verlassen des Bahnhofes verweigern. Wenn man ein paar Haltestellen zu weit gefahren ist, kann man jedoch ohne ein weiteres Ticket zu kaufen zurückfahren.

Gewöhnungsbedürftig sind die recht rigiden Sicherheitskontrollen an jedem Bahnhof, die teilweise das Durchleuchten oder Abtasten des Gepäcks einschließen. Es kann auch passieren, dass der Pass verlangt wird.

Mit dem Bus

Das wichtigste öffentliche Verkehrsmittel Israels ist der Bus. Obwohl der Bahnverkehr in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat, ist der Bus noch immer ein äußerst wichtiger Verkehrsträger, mit dem man weite Teile des Landes relativ bequem und schnell bereisen kann.

Auf vielen überregionalen Strecken wird im Busverkehr eine verblüffend enge Taktfolge angeboten. Ein Takt von 30 bis 60 Minuten ist zwischen größeren Städten normal, teilweise fahren die Busse sogar alle 10-20 Minuten (so z. B. zwischen Tel Aviv und Jerusalem, aber beispielsweise auch zwischen Haifa und Naharija). Die enge Taktung macht das Reisen mit dem Bus sehr angenehm, weil man zumindest auf den wichtigeren Strecken nicht allzu lange auf den nächsten Bus warten muß. Beim Umsteigen sind die Wartezeiten entsprechend oft kurz. Dazu kommt, dass überregionale Linien oft nur an Haltestellen entlang der Hauptstraßen oder in großen Orten halten, so daß man relativ schnell vorwärts kommt. Eine Besonderheit sind außerdem Expressbusse, die nur einige Haltestellen entlang der Strecke (teilweise auch nur am Start- und Zielort) bedienen und ansonsten durchfahren.

Die Herzstücke des Busverkehrs sind die Zentralen Busbahnhöfe in den Städten, die auf hebräisch als Tachaná Merkazít (, das „z“ wird als stimmhaftes „s“gesprochen) und auf englisch als „Central Bus Station“ (oft mit der Abkürzung CBS) bezeichnet werden. Die Busbahnhöfe werden von überregionalen, regionalen und lokalen Buslinien angefahren, so daß man bequem auf andere Busse umsteigen kann. Teilweise gibt es an den zentralen Busbahnhöfen auch Umsteigemöglichkeiten zur israelischen Eisenbahn. An der „CBS“ erhält man in der Regel Snacks und Getränke und kann teilweise auch Kleinigkeiten einkaufen. Die zentralen Busbahnhöfe befinden sich nicht immer in unmittelbarer Nähe zur Innenstadt, sie sind aber auf jeden Fall mit städtischen Bussen gut an das Stadtzentrum angebunden.
Gepäckaufbewahrung wird wegen der weitverbreiteten Bombenangst nur in den Busbahnhöfen Jerusalem, Tel Aviv, Be'er Sheva und Hof HaCarmel (Haifa) angeboten.

Busfahren in Israel ist beim ersten Mal weniger verwirrend, wenn man über einige grundlegende Informationen zum Busfahren verfügt. Das betrifft zunächst die Busbahnhöfe: Sie verfügen normalerweise über eine größere Zahl von Bussteigen (רציף, engl. platform), wobei die einzelnen Buslinien in der Regel immer am selben Bussteig starten. Oft endet die Fahrt in einem Bereich des Busbahnhofs, wo man nur aussteigen kann; man geht dann von dort weiter zu den Bussteigen der abfahrenden Linien. In den Busbahnhöfen erleichtert es die Orientierung, dass es Anzeigetafeln und Bussteigbeschilderungen gibt, auf denen die Linien und Ziele auch auf englisch erscheinen. Der wichtigste Schlüssel zum Bussystem ist die Liniennummer. Da die Busse einer Linie immer auf derselben Strecke verkehren, kann man sich über die Liniennummer problemlos orientieren, wenn man sie erst einmal weiß. Das gilt auch, wenn man entlang der Strecke in einen Bus einsteigt; wenn man weiß, welche Linie(n) man in die gewünschte Richtung nehmen kann, muß man nur noch aufpassen, dass man nicht einen Bus in der Gegenrichtung nimmt. Die Zielanzeige des Busses nützt dagegen wenig – wenn überhaupt ein Ziel angegeben ist, dann meist nur auf hebräisch. Welchen Bus man nehmen kann, kann man in den Busbahnhöfen erfragen, sonst sieht man es an der Informationstafel am Bussteig bzw. am Haltestellenschild auf dem Bushäuschen, auf denen die Nummern und die jeweils dazugehörenden Zielorte der abfahrenden bzw. haltenden Linien verzeichnet sind. Möglicherweise fahren auch mehrere Linien in die gewünschte Richtung. Übrigens: An den Haltestellen sind die Schilder auf einer Seite hebräisch und auf der Rückseite englisch beschriftet. Fahrpläne findet man an den Bushaltestellen dagegen praktisch nie. An den Hauptstrecken ist das aufgrund der engen Taktung aber meist kein Problem; man stellt sich einfach an die Haltestelle und wartet auf den nächsten Bus. Häufig (nicht immer) ist es so, dass die Nummern bis 100 für lokale und regionale, die Nummern bis 999 für überregionale Busse verwendet werden.

Reist man auf Überlandstrecken mit größerem Gepäck (Rucksack oder Koffer), verlangen die Busfahrer oft – nicht immer – dass man seine Sachen unten im Bus im Kofferraum deponiert; an den Busbahnhöfen sind die Türen oft schon offen. An den älteren Bussen muß man den Kofferraum möglicherweise selbst öffnen, bei den neueren Bussen bedient der Fahrer die Türen per Knopfdruck. Auch wenn man nicht die ganze Zeit neben seinem Gepäck sitzt, gibt es normalerweise mit diesem System keine Probleme, man braucht also keine Diskussionen mit dem Busfahrer anfangen. Man profitiert ja auch als Reisender, wenn man leichter an die Sitze und wieder zum Ausgang kommt und es mehr freie Plätze gibt, weil nicht alles mit großen Taschen verstellt ist. Es ist sinnvoll, wertvolle oder empfindliche Sachen von Anfang an im Handgepäck zu verstauen, das man immer mit in den Bus nehmen kann.

Will man an der Strecke aussteigen, muß man klingeln und sollte auf unbekannten Strecken entsprechend die Augen offen halten: Auch wenn man dem Busfahrer Bescheid gesagt bzw. bei ihm einen Fahrschein gekauft hat, kann man sich nicht immer darauf verlassen, dass er an der gewünschten Haltestelle ohne Aufforderung bzw. Erinnerung hält. Steigt man an der Strecke aus und hat noch Gepäck im Kofferraum, sollte man den Fahrer zur eigenen Sicherheit beim Aussteigen noch einmal daran erinnern. Die Busse fahren in Israel in der Regel recht zügig; entsprechend halten sie sich auch an den Haltestellen nicht unnötig lange auf.

Es gibt in Israel mehrere Busunternehmen, denen die fast immer klimatisierten und gut gepflegten Busse gehören. Das wichtigste Busunternehmen ist die vormals staatliche Gesellschaft Egged, deren Busse das ganze Land befahren. Andere Gesellschaften sind von regionaler Bedeutung. Die bekannteste davon dürfte die Busgesellschaft DAN sein, die traditionell im Ballungsgebiet Tel Aviv (eben dem „Gusch Dan“) den Großteil der Buslinien betreibt. Weitere Gesellschaften sind z. B. Egged Ta'avura mit Verbindungen u. a. im nördlichen Negev, Metrodan Beersheba und Metropoline mit Verbindungen in bzw. um Beerscheba, Golan auf den Golanhöhen sowie Kavim, Nativ Express, Superbus und Connex, die Linien in der Mitte und im Norden betreiben.

In den letzten Jahren hat die Dominanz von Egged und Dan im öffentlichen Busverkehr nachgelassen, obwohl beide noch immer einen Großteil des Marktes abdecken. Ein Vorteil für die Reisenden sind günstigere Preise, ein Nachteil ist allerdings die weit größere Unübersichtlichkeit. Das fängt schon in den Busbahnhöfen an, wo sich die Bussteige der privaten Gesellschaften oft nicht bei den Egged-Bussteigen, sondern irgendwo anders befinden. Viele kleinere Unternehmen bieten zudem im Internet nur Informationen auf Hebräisch an. Gleichzeitig listet die Fahrplanauskunft von Egged nur die eigenen Linien auf; wird eine Linie von einer anderen Gesellschaft übernommen, bleibt die Liniennummer häufig erhalten, sie verschwindet allerdings aus dem Egged-Verzeichnis. Zu beachten ist bei der Eingabe, dass die Rechtschreibung der Ortsnamen englischen Schreibgewohnheiten folgt; man sollte also verschiedene Schreibvarianten durchprobieren, wenn man den Ort nicht findet. Hat man dann noch immer keinen Erfolg, kann man einen Ort eingeben, von dem man vermutet oder weiß, dass er an der Strecke liegen müsste und sich dann den Streckenfahrplan anzeigen lassen.

Tickets sind an Busbahnhöfen am Ticketschalter erhältlich oder direkt beim Busfahrer, wenn man an einer Bushaltestelle einsteigt. Neben Einzelfahrscheinen gibt es auch Tagestickets (die vor allem dann interessant sind, wenn man öfter umsteigt), Mehrfahrtentickets und Monatskarten. Man muß vorne einsteigen und sein Ticket vorzeigen. Fahrscheine von Egged können auch bequem per Telefon (Bezahlung durch Kreditkarte) bestellt werden oder man nutzt die Rav Nav-Wertkarte. Das ist besonders für längere Strecken wie Eilat ratsam, da hier in der Regel im Voraus gebucht werden sollte – besonders an Wochenenden, wenn Eilat ein beliebtes Touristenziel darstellt.

Wenn man an einer größeren Haltestelle oder dem Busbahnhof einsteigt, sollte man mit Sicherheitskontrollen rechnen. Bei solchen Kontrollen kann die Tasche kontrolliert werden, möglicherweise auch der Reisepass und ggf. werden auch noch genauere Kontrollen durchgeführt. Am Jerusalemer Busbahnhof sind die Kontrollen besonders streng; dort werden Taschen und Rucksäcke generell bei Betreten des Gebäudes durchleuchtet. Da Busse in der Vergangenheit schon Ziele von Terroranschlägen waren und insofern potentiell gefährdet sind, sollte man Verständnis für die Sicherheitsmaßnahmen zeigen und mit den Sicherheitsleuten, die meistens sehr höflich auftreten, kooperieren.

Zu beachten ist, dass die Busse am Schabbat und an hohen jüdischen Feiertagen nicht verkehren (vgl. dazu die ausführlichen allgemeinen Hinweise am Beginn des Kapitels).

Auf der Straße

Das Auto ist in Israel ein weit verbreitetes Verkehrsmittel, mit dem man im Land sehr gut zurechtkommt. Zu ängstlich sollte man allerdings nicht sein: Die Israelis gelten als ungeduldige und nicht gerade rücksichtsvolle Fahrer, die sich in puncto Fahrstil durchaus mit den Italienern und anderen Mittelmeeranrainern messen können. Wenn man selbst einigermaßen sicher fährt, ist das Fahren jedoch kein großes Problem.

Wenn man ein Auto mieten will, muß man normalerweise mindestens 21 Jahre alt sein (hier gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Autovermietern; beispielsweise kann bei manchen Vermietern die Grenze noch höher liegen, andere verlangen z. B. einen Aufschlag für jüngere Fahrer zwischen 21 und 23). Ein internationaler Führerschein wird gelegentlich empfohlen, jedoch wird der deutsche Führerschein bis zu einer Dauer von einem Jahr anerkannt. In den größeren Städten gibt es die bekannten internationalen, außerdem auch israelische Mietwagenfirmen. Sofern man keinen großen Wert darauf legt, unbedingt den günstigsten Wagen zu mieten, kann man eine Vorabbuchung in Erwägung ziehen. In Deutschland ansässige Firmen arbeitet mit lokalen Vermietern zusammen, bietet allerdings umfangreiche garantierte Versicherungsleistungen, so daß man es sich sparen kann, die Policen verschiedener Vermieter zu vergleichen (hier gibt es zum Teil große Unterschiede). Man erhält dann einen Voucher, mit dem man vor Ort an der lokalen Station einen Wagen erhält. Beachten sollte man, dass bei der Anmietung am Flughafen Ben Gurion teilweise zusätzliche Gebühren fällig werden. Ein eigenses Fahrzeug ist aufgrund der Parplatzknappheit in den Innenstädten von Jerusalem und Tel Aviv wenig sinnvoll.
Touristen sind von der Mehrwertsteuer für Mietwagen befreit. Dies spart 18%.¹ Der Benzinpreis schwankte im ersten Halbjahr 2019 zwischen 6,25 und 6,75 ₪.

In jedem Fall sollte man bei Übergabe die Fahrzeuge genauestens kontrollieren und jeden noch so kleinen Kratzer protokollieren lassen, da man sonst bei Rückgabe eine gesalzene Rechnung präsentiert bekommt. Kaskoversicherungen ohne jede Selbstbeteiligung kosten extra, sind aber dem ruppigen Fahrstil im Lande sinnvoll.

Im Straßenverkehr gelten im wesentlichen international bekannte Verkehrsregeln. Israel hat Rechtsverkehr. Bei nicht beschilderten Kreuzungen gilt rechts vor links. Die Schilder entsprechen internationalen Standards; ein Unterschied besteht bei den Stoppschildern, die in der Mitte statt dem Schriftzug „Stop“ eine weiße Hand zeigen.² Wegweiser und Straßenschilder sind in der Regel nicht nur auf Hebräisch, sondern auch auf Englisch und Arabisch beschriftet; auch sonstige Hinweis- und Warnschilder sind oft mehrsprachig. Innerorts sind 50 km/h, außerorts 80 km/h erlaubt; auf Autobahnen liegt die erlaubte Höchstgeschwindigkeit normalerweise höher. Von November bis März herrscht tagsüber Lichtpflicht.

Alkohol ist bis 0,1 ‰ Blutkonzentration erlaubt aber nicht für Fahrer unter 24, bei solchen die gewerblich unterwegs sind oder in Fahrzeugen über 3,5 t. hier gilt eine Null-Promille-Grenze.

Anhand der Bordsteinmarkierung erkennt man, ob man an einer Stelle parken darf oder nicht: An weiß-blauen Markierungen darf man parken, sollte allerdings prüfen, ob man Parkgebühren zahlen muß (Parkscheine von Parkscheinautomat oder Kiosk). An gelb-roten Markierungen dürfen Busse und Taxis halten, an rot-weißen Markierungen besteht Halteverbot.

Israel verfügt im Norden und in der Mitte über ein gut ausgebautes und engmaschiges Straßennetz. Da im Süden der größte Teil des Landes unbesiedeltes Wüstengebiet ist, ist das Straßennetz dort wesentlich dünner, aber trotzdem ausreichend dicht. Mit dem Auto kann man das ganze Land daher problemlos bereisen. Wissen sollte man, dass die größeren Städte des Landes Schwierigkeiten haben, mit dem Individualverkehr fertig zu werden. Gerade in den Hauptverkehrszeiten geht auf den großen Ein- und Ausfallstraßen kaum etwas voran, Staus und zähfließender Verkehr sind dann vielerorts eher die Regel als die Ausnahme. Das gilt insbesondere für die Tel Aviver Stadtautobahn „Ayalon Highway“ (Straße 20): Diese Hauptverkehrsader ist werktags zur Rushhour trotz ihrer maximal fünf Spuren je Richtung praktisch immer überlastet.

Die außerörtlichen israelischen Straßen tragen generell Nummern, die zugleich Aufschluss über die Wichtigkeit der Straße geben.

Zeichen 1
Zeichen 2
Zeichen 3
Zeichen 4
Zeichen 5

Straßen mit einstelliger Nummer sind wichtige, überregional bedeutsame Straßen; die meisten dieser Straßen sind zumindest abschnittsweise Autobahnen. Sofern es sich um Autobahnen handelt, sind die Straßen mit blauen Schildern markiert. Anders als zum Beispiel in Deutschland gibt es in Israel keine getrennten Nummerierungssysteme für die verschiedenen Straßentypen (also z. B. ein System für die Autobahn und eines für die Bundesstraße). Das heißt, die Straße mit einer bestimmten Nummer kann sowohl Autobahn (blau) als auch normale Landstraße (rot) sein. Die hier als Beispiel angeführte Straße 1 ist z. B. von Tel Aviv bis Jerusalem Autobahn (in dem Bereich blau markiert), im weiteren Verlauf nach Jericho an das Tote Meer abschnittsweise nur Landstraße (rot).

Straßen mit zweistelliger Nummer sind überregional wichtige Landstraßen; sie sind in der Regel mit roten Schildern gekennzeichnet. Diese Straßen können auch autobahnähnlich ausgebaut und trotzdem rot beschildert sein; in diesem Fall haben sie typischerweise ebenengleiche Ampelkreuzungen. Vor solchen großen Ampelkreuzungen fächert sich die Straße häufig auf, allerdings enden die zusätzlichen Spuren nach der Ampel wieder. Außerdem gibt es einige Straßen mit zweistelliger Nummer, die tatsächlich als Autobahn gelten (z. B. die schon erwähnte Ajalon-Schnellstraße „Ayalon Highway“ in Tel Aviv, die blau beschildert ist.

Straßen mit dreistelliger Nummer sind in der Regel nur regional von Bedeutung; sie können durchaus nur 20 Kilometer lang sein. Die Straßennummer ist normalerweise grün. Es gibt allerdings auch hier einige (wenige) Straßen, die als Autobahn gelten; diese sind dann ebenfalls blau markiert.

Straßen mit vierstelliger Nummer sind von lokaler Bedeutung, oft nur wenige Kilometer lang und möglicherweise sogar Sackgassen. Diese Straßen sind mit braunen Schildern markiert.

Zeichen 6

Eine Besonderheit ist die Straße 6: Diese Autobahn, die auch als „Trans Israel Highway“ bekannt ist, führt vom südlichen Karmelgebirge bis in den nördlichen Negev und umfährt dabei weitgehend den überlasteten und stauanfälligen Ballungsraum um Tel Aviv. Da sie unter Beteiligung privater Investoren gebaut wurde, ist sie mautpflichtig. Für Mietwagenbenutzer kann das Fahren auf dieser Strecke ziemlich teuer werden, weil manche Vermieter für die Abrechnung der Maut (die Nummernschilder werden gescannt und der Betrag entsprechend der Anzahl benutzter Streckenabschnitte der Kreditkarte belastet) zusätzlich noch eine Bearbeitungsgebühr auf die Kreditkarte belasten.

Palästinensische Autonomiegebiete

Beim Befahren dieser sollte man sich über die aktuelle Sicherheitssituation informieren, da Israel die Grenzen zu jedem Zeitpunkt für mehrere Tage schließen kann. Fahrten in den Gazastreifen sind derzeit aufgrund der Sicherheitslage nicht möglich.

Fahrten mit dem Mietwagen in palästinensische Gebiete können zeitweise oder für bestimmte Bereiche des Westjordanlands untersagt sein. Die beiden wichtigen Straßen 1 (Jerusalem – Totes Meer) und 90 (Westufer des Toten Meers – Jordantal – Bet Sche'an) in der Area C können normalerweise ohne Probleme befahren werden, bei der Einfahrt ins israelische Gebiet muß ein Checkpoint passiert werden, was für Touristen in der Regel problemlos möglich ist. In die Städte der Area A der palästinensischen Autonomiegebiete, die unter palästinensischer Verwaltung stehen, darf in der Regel mit einem Mietwagen mit dem gelben jüdisch-israelischen Nummernschild nicht eingefahren werden, große rote Schilder verbieten israelischen Staatsbürgern den Zutritt, die Zugangskontrolle wird in der Regel die Einfahrt verwehren. In Zeiten weniger angespannter politischer Lage können allerdings auch wieder Städte im palästinensischen Autonomiegebiet der Area A/B von offensichtlich mit Touristen besetzten Fahrzeugen (Mietwagen mit Aufkleber, weiße Haut und Sonnenbrand verraten der Security, dass sie es mit mitteleuropäischen Touristen zu tun hat) besucht werden.

Wenn man Fahrten im Westjordanland plant, sollte man bereits bei der Anmietung klären, inwieweit Einschränkungen in der Versicherungsdeckung bestehen.

Per Anhalter

Früher war es in Israel weit verbreitet und auch vergleichsweise einfach, sich per Anhalter fortzubewegen. Inzwischen hat sich die Situation etwas verändert, Trampen ist schwieriger und gefährlicher geworden. Im Blick auf mögliche Risiken sollte man sich grundsätzlich gut überlegen, ob man trampen will (vgl. dazu auch die entsprechende Wikivoyage-Themenseite). Gedruckte Reiseführer raten häufig davon ab, in Israel per Anhalter zu fahren.

Wissen sollte man, dass Soldaten eher mitgenommen werden als normale Reisende und dass man den Mitnahmewunsch nicht mit dem ausgestreckten Daumen signalisiert. Stattdessen stellt man sich an den Straßenrand und zeigt mit lässig hängendem Arm zur Straßenmitte. Regional – z. B. im Bereich der Golanhöhen – ist es schwer, überhaupt eine Mitfahrgelegenheit zu finden.

Zu Fuß

Israel ist zum Wandern sehr gut geeignet und überaus attraktiv, wenn man mit den klimatischen Umständen zurechtkommt. Es gibt gute Wanderkarten, zahlreiche ausgeschilderte Wanderwege und mehrere Fernwanderwege, und die Distanz zu einer historischen Stätte oder Sehenswürdigkeit ist nie lang. Weitere Informationen bietet der entsprechende Hauptartikel „Wandern in Israel“

Sprache

Die Hauptverkehrssprache Israels ist Hebräisch. Weitere wichtige Sprachen sind Arabisch (bei den israelischen Arabern) und Russisch. Letzteres wird gesprochen, weil Israel vor allem seit den 1990er Jahren viele Juden aus Russland aufgenommen hat. Teilweise hat es das Russische sogar schon ins Straßenbild geschafft: Manche Geschäfte tragen russischsprachige Schilder.

Mit Englisch kommt man im Land allerdings auch gut zurecht. Viele Schilder an den Straßen, an Geschäften und öffentlichen Gebäuden sind auch auf englisch beschriftet. Da man in Israel in den Schulen Englisch als Fremdsprache lernt, sprechen zumindest die meisten in Israel geborenen Israelis diese Sprache. Auch durch die starke Ausrichtung des Landes auf den Tourismus sind Englischkenntnisse für viele Israelis selbstverständlich. Viele ältere Israelis sprechen auch deutsch – allerdings nicht immer gern.

Allerdings kann es passieren, dass man doch an einen Israeli gerät, der kein Englisch kann (oder es zumindest nicht verstehen oder sprechen will). Spätestens dann ist es sinnvoll, doch einige Worte zu beherrschen – ganz abgesehen davon, dass es positiv registriert wird, wenn man zumindest einige Begriffe und Wendungen kennt.

Für die Aussprache ist es hilfreich zu wissen, dass hebräische Wörter meist auf der letzten Silbe betont werden. Eine wichtige Ausnahme von dieser Regel bilden die Wörter auf -et, die auf der vorletzten Silbe betont werden; auch einzelne andere Wörter haben eine andere Betonung. Wie im Deutschen gibt es im Hebräischen den Laut „ch“; er kann auch am Anfang des Wortes stehen. Die folgende Liste enthält einige wichtige hebräische Wörter; weitere Begriffe und Wendungen sind im Sprachführer Hebräisch zu finden.

Manche Israelis sind etwas offener, wenn man einige hebräische Wörter kennt – hilfsbereit sind sie aber auch so in den meisten Fällen.

Einkaufen

Die israelische Währung ist der Neue Israelische Schekel (New Israeli Sheqel), abgekürzt NIS. Auf hebräisch lautet die Bezeichnung ; aus den beiden hebräischen Anfangsbuchstaben – hebräisch wird von rechts gelesen – setzt sich auch das offizielle Währungssymbol zusammen. Geteilt ist der Schekel in 100 Agorot. Die kleinste Münze ist das 50-Agorot-Stück.

Beim Einkaufen kann man die Preise recht gut überschlagen, da man für einen Euro etwa vier Schekel bekommt (den aktuellen Kurs findet man hier). Dieser Kurs ist seit Jahren ziemlich stabil. Die Inflation lag 2018 bei 0,2 %.

Um die örtlichen Preise in Relation zu setzen sollte man wissen, daß 7400 ₪ in Haifa und knapp 9000 ₪ in Tel Aviv 2018 ein durchschnittlicher Monatsnettoverdienst war, was etwa den Einkommen im deutschen Beitrittsgebiet entspricht.

Banken (Öffnungszeiten Mo.-Do. 8.30-12.30/13.00, nicht jeden Nachmittag 15/16.00-18.00, teilw. Fr. u. So. Morgen) verlangen beim Tausch von Bargeld kräftig Gebühren. Günstiger sind die Postbank und private Wechselstuben (abseits der Touristenzentren).

Kreditkarten (vorwiegend VISA) sind in Israel weit verbreitet, man kann häufig damit zahlen. Wenn man ein Auto mieten oder eine Unterkunft reservieren möchte, braucht man meistens sogar zwingend eine Kreditkarte; das gilt sogar für die israelischen Jugendherbergen. Mit Kreditkarte kann man an den Geldautomaten der Banken problemlos Geld abheben, da die Bedienmenüs auch auf englisch verfügbar sind. Bei manchen Banken, z. B. bei der weit verbreiteten Bank Hapoalim, erhält man auch mit EC-Karte Geld. Leere Geldautomaten werden am Samstag nicht wieder bestückt.

Israel verfügt über ein breites Angebot an Einkaufsmöglichkeiten, das von Märkten über kleine Läden bis hin zu Supermärkten und Einkaufszentren reicht. In vielen Städten gibt es Einkaufszentren, die viele Geschäfte, Cafés und teilweise Freizeiteinrichtungen unter einem Dach vereinen. Das Warenangebot unterscheidet sich nicht grundsätzlich von dem in Europa; ein Unterschied ist, dass die in Israel angebotenen Artikel in der Regel „koscher“ (also rituell rein) sind, was beispielsweise bedeutet, dass man bestimmte Fleisch- und Fischarten kaum oder gar nicht bekommt. Da die meisten Produkte auch englisch beschriftet sind, stellt das Einkaufen in der Regel kein Problem dar. In den arabischen Märkten (z. B. in der Altstadt von Jerusalem) gibt es oft keine festen Preise; man muß dann mit den Verkäufern verhandeln.
Überall in der Region richtet sich das „Wochenende“ primär nach der Religion des Geschäftseigentümers. Ruhetag kann also Freitag, Samstag oder Sonntag sein. Öffnungszeiten sind normalerweise 8.00-13.00 und 16.00-19.00 oder später. In radikal-jüdischen und muslimischen Gebieten kommt es am Samstag resp. im Ramadan zum fast vollständigen Erliegen öffentlichen Lebens.

Es gibt einige „typische“ Mitbringsel und Souvenirs, die an vielen Orten angeboten (und auch oft gekauft) werden. Zu nennen sind hier v.a. Körperpflegeprodukte vom Toten Meer, Schmuck, Holzschnitzereien aus Olivenholz, religiöse Artikel (z. B. Kreuze, aber auch Menoras und jüdische Kippot), die sogenannte „armenische Keramik“ (buntes Keramikgeschirr mit israelspezifischen Motiven) und israelische Spezialitäten wie koscherer Wein. Daneben gibt es auch skurrilere Mitbringsel, z. B. Dornenkronen oder Flaschen mit (oft gefälschtem) Jordanwasser.

Wenn man einfach nur durch Geschäfte schlendern will, bietet es sich an, die städtischen Fußgängerzonen oder die Einkaufszentren zu besuchen. Allerdings lohnt es sich (z. B. in Jerusalem und Tel Aviv) auch, auf die Märkte zu gehen, die häufig viel billiger sind.

Küche

Mazzen - nicht ganz ernsthaft betrachtet
Mazzen, die Ähnlichkeit mit Knäckebrot oder Kräckern haben, sind ein typischer Brotersatz für die Pessachzeit, in der kein normales Brot gegessen werden darf. Der israelische Satiriker Ephraim Kishon kommentierte die bröselige und trockene Konsistenz der Mazzen spitz mit folgenden Worten: Die epochale Erfindung des ersten Exodus [aus Ägypten] war das ungesäuerte Brot, korrekt und in der Mehrzahl 'Mazzoth' genannt, im Sprachgebrauch 'Mazzes.' Begreiflicherweise hatten unsere Vorfahren auf der Flucht aus Ägypten keine Zeit, sich mit der Zubereitung von Sauerteig abzugeben, und zur Erinnerung daran essen wir noch heute während des Passahfestes ausschließlich ungesäuertes Brot, um uns darüber zu freuen, daß wir damals der ägyptischen Sklaverei entronnen sind. Wir freuen uns durch volle acht Tage, denn so lange dauert das Passahfest. Falls irgend jemand einmal versucht haben sollte, acht Tage lang von purem Pappendeckel zu leben, wird er begreifen, warum wir für den Rest des Jahres nur noch auf gesäuertes Brot Wert legen. (Ephraim Kishon: Kishons beste Geschichten. Berlin/München ²⁴1989 (Herbig), S. 119)

Das Speisenangebot ist sehr vielfältig, was mit der Vielzahl der verschiedenen Einflüsse zusammenhängt. Viele Juden, die im Laufe der Jahrzehnte nach Israel einwanderten, brachten aus ihren früheren Heimatländern in aller Welt Gerichte mit, die Teil der israelischen Küche geworden sind. Klare Einflüsse gibt es auch aus der arabisch-orientalischen Küche, die bei den israelischen Arabern und den Drusen ohnehin typisch ist.

Liebhaber von Schweinernem kommen nicht auf ihre Kosten. Religiös motivierte Vorurteile der beiden dominanten Religionsgemeinschaften gegen den Verzehr dieser Tiere hat dazu geführt, daß es seit 1961 die Vorschrift gibt nach der Schweine „den Boden des Landes nicht betreten“ dürfen. Der Versuch einiger Bauern in den Jahren nach 2000 Schweine in Ställen ausgelegt mit Lattenrosten zu züchten war wenig Erfolg beschieden. Gerade in Nazareth und Tel Aviv mit seiner großen russischen Gemeinschaft ist Schweinefleisch unter der euphemistischen Bezeichnung „weißes Fleisch“ trotzdem zu bekommen.³

Im Jahre 2019 sollte man für eine Mahlzeit in einem einfachen Restaurant 36-80 ₪ ansetzen, ein 3-Gänge-Mahl für zwei kostet 150-200 ₪. Das entspricht somit mitteleuropäischem Niveau. Ein kleines Wasser dazu kommt auf 5-10 ₪, eine Bierchen auf 15-35 ₪, wobei Importmarken hier oft billiger sind. Trinkgelder für Kellner in Restaurants sind, abgesehen für sehr guten Service, kaum üblich, oft gibt es eine Büchse bei der Kasse aus der auch die im Hintergrund werkelnden ihren Anteil erhalten.

Essen

Fasst man unter „israelische Küche“ vorrangig die jüdische Küche, dann lassen sich einige Besonderheiten anführen. Die jüdische Küche kennt nämlich eine Vielzahl von Vorschriften, die von gläubigen Juden streng eingehalten werden. Damit eine Speise „koscher,“ also nach jüdischem Verständnis rein ist und gegessen werden darf, sind verschiedenste Regeln zu beachten, die sich u. a. von der Thora und vom Talmud ableiten:

  • Zunächst dürfen nur bestimmte Tierarten gegessen werden. Erlaubt sind z. B. Rindfleisch und verschiedene Sorten Geflügel. Zu den Tierarten, die nicht erlaubt sind, zählen u. a. Schweine und manche Fischarten wie der Aal.
  • Die typische Form der Schlachtung ist die Schächtung; dabei handelt es sich um ein Schlachtverfahren, bei dem das Tier weitestgehend ausblutet. Weil der Genuss von Blut verboten ist, wird etwa noch vorhandenes Blut über weitere Verfahren restlos aus dem Fleisch entfernt.
  • Eine weitere Besonderheit der jüdischen Küche ist die vollständige Trennung von Milch- und Fleischprodukten, die auf eine alttestamentliche Weisung zurückgeführt wird, wonach das Böcklein nicht in der Milch seiner Mutter gekocht werden soll. In der Praxis hat diese Regel weitreichende Konsequenzen: Nach dem Genuss von Fleisch warten orthodoxe Juden sechs Stunden, ehe sie wieder Milch zu sich nehmen; Rezepte, die beides gleichzeitig erfordern würden (also z. B. alle mit Käse überbackenen Gerichte, die auch Fleisch enthalten), sind nicht erlaubt. Die Trennung von Milch und Fleisch kann bei konservativen Juden so weit gehen, dass sie selbst im Privathaushalt zwei Küchen unterhalten; koschere Restaurants und Hotels haben ebenfalls getrennte Kochbereiche oder Küchen sowie verschiedene Sorten Besteck und Geschirr für Milch- und Fleischgerichte. Gemüse, allerdings auch Eier und Fisch, gelten als neutrale Lebensmittel, die mit beidem kombiniert werden können. Für Vegetarier hat diese religiöse Regelung einen wichtigen Vorteil: Sie können tierische Produkte leichter meiden, denn koschere israelische Lebensmittel tragen eine Kennzeichnung, ob sie Fleisch bzw. Milch enthalten oder neutral („parve“) sind.

Über diese grundsätzlichen Regelungen hinaus kennen die jüdischen Speisegesetze verschiedene weitere Regelungen. Bei einem Besuch in einem koscheren Restaurant merkt man von diesen Speisegesetzen möglicherweise nur wenig, wenn man nicht bewusst darauf achtet: Die Routinen in der Küche oder beim Eindecken der Tische bleiben meist verborgen. Außerdem muß entgegen der gelegentlich geäußerten Meinung ein koscheres Essen, insbesondere Fleisch, nicht zwangsläufig fad schmecken. Allerdings wird man in einem koscheren (Fleisch-)Restaurant z. B. keine Hackfleischlasagne mit echtem Käse und nach dem Abendessen keinen Kaffee mit echter Milch bekommen.

Die ohnehin strengen jüdischen Speiseregeln sind in der Pessachzeit, die etwa in die Zeit unseres Osterfestes fällt, noch radikaler als sonst, da während dieses Festes auch nichts „Gesäuertes“ (also z. B. nichts, was mit Hefen zubereitet wurde) gegessen werden darf. Extra für diese Zeit gibt es auch ein spezielles ungesäuertes Brot, die sogenannten „Mazzen“ oder „Matzen.“ In den Supermärkten werden in diesen Tagen mit Planen die ganzen Bereiche mit Keksen, etc. zugedeckt, es sei denn, die Leitung des Supermarktes befinde sich in der Hand eines geschäftstüchtigen Arabers…

Als Besonderheit gilt das israelische Frühstück, das typischerweise sehr reichhaltig ist. Ein solches Frühstück bietet alles, was das Herz begehrt – abgesehen von Fleisch- und Wurstwaren, wenn es sich um ein koscheres Haus handelt. Offenbar gibt es hier Unterschiede bei den Unterkünften; wenn man Glück hat, wird man am Morgen mit einem großen Büfett verwöhnt. Den Schokoladenbrotaufstrich wird man vielleicht vermissen, entschädigt wird man mit verschiedenen Sorten Brot, Blätterteigtaschen und Kuchen, Eier in verschiedenen Formen, Müsli, Jogurt, Salaten, frischem Obst und Gemüse sowie Antipasti und vielleicht sogar Fisch.

An der Straße, an (Bus-)Bahnhöfen oder in Einkaufszentren kann man vielerorts einen kleinen Imbiss kaufen. Eine leckere Spezialität ist Falafel. Dabei handelt es sich um pikante, frittierte Bällchen aus geschroteten Kichererbsen, die beispielsweise mit Tomaten, Gurken und Salaten in einer Teigtasche gegessen werden. Das Pendant zum hierzulande bekannten Döner ist Schwarma, das ebenfalls am Spieß gebraten und in Teigtaschen gegessen wird. Auch Pizza gibt es im Straßenverkauf – allerdings aufgrund der schon beschriebenen Speiseregeln normalerweise nicht mit Fleisch als Belag, sondern z. B. mit Oliven oder Gemüse.

Gefillte Fisch Döner Falafel
Gefillte Fisch, Schwarma-Bude, Falafel mit Fritten.

Trinken

Wein
Israelischer Wein.

In Israel sind im wesentlichen alle Getränke erhältlich, die man auch in Mitteleuropa kennt. Mineralwasser gibt es aus einheimischen Quellen, bei den Säften gibt es eine große Auswahl aus israelischer Produktion. Auch die bekannten Softdrinks (wie Coca Cola) sind erhältlich. Typische israelische Biermarken sind Maccabee und Goldstar, daneben kann man europäische Marken kaufen. Es gibt eine große Auswahl an Weinen, die im Heiligen Land produziert werden; bekannte Weinkellereien sind Carmel, Barkan und Golan, allerdings gibt es eine ganze Reihe weiterer kleinerer Weinkellereien, die zum Teil sehr gute Weine produzieren.

Der Verkauf von Alkohol außerhalb von Bars und Restaurants ist zwischen 23 Uhr und 6 Uhr gesetzlich verboten. Selbiges gilt für das Trinken in der Öffentlichkeit oder in Autos ab 21 Uhr (in Jerusalem und Beersheba gilt dies ganztägig). Mindestalter ist 18, Ausweise werden geprüft. Die Polizei darf Alkoholika von Minderjährigen konfiszieren. Seit 2013 gibt es eine 25%ige-Alkoholsteuer.

Wünscht man ein Warmgetränk, kann man zwischen vielen verschiedenen Tee- und Kaffeesorten wählen. Häufig wird löslicher Kaffee (oft nur „Nescafe“ genannt) getrunken. Eine Alternative dazu ist der „türkische Kaffee,“ der wie Mokka zubereitet und mit Satz serviert wird und teilweise mit Kardamom gewürzt ist. Oft kann man auch Filterkaffee oder italienische Kaffeespezialitäten bestellen.

Nachtleben

In vielen israelischen Städten kann man an den Abenden und in der Nacht noch viel unternehmen. Es gibt vielerorts Cafés, Kneipen und Bars, die bis weit in die Nacht geöffnet haben. Aufgrund des mediterranen Klimas ist in den Innenstädten in den Abendstunden noch viel los, auch viele Geschäfte haben lange geöffnet. Die Hauptausgehtage sind Donnerstag- und Freitagnacht, in Tel Aviv kann man an allen Tagen ausgehen. Allerdings sorgt auch hier der Schabbat für wichtige Ausnahmen: Am Freitagabend kehrt in religiös geprägten Städten und Vierteln Ruhe ein; wenn man an diesem Abend in der Jerusalemer Fußgängerzone in der Ben-Jehuda-Straße unterwegs ist, steht man vor verschlossenen Türen und ist praktisch allein. Eine einheitliche Sperrstunde gibt es jedoch nicht.

Die wichtigsten Städte mit einem ausgeprägten Nachtleben sind Eilat und Tel Aviv. Tel Aviv, „die Stadt die niemals schläft,“ gilt in Israel als die Partyhauptstadt schlechthin. Es gibt eine kaum überschaubare Anzahl von Bars und Clubs. Eine wichtige Hilfe ist hier die englische Version von „Time-out“; dieses Ausgehmagazin für Tel Aviv ist in den Touristenbüros erhältlich.

In Tel Aviv befinden sich viele Bars in der Allenby Street, an der Strandpromenade sowie in den Straßen Lilienblum und Nahalat Binyamina (wobei es natürlich noch viele andere gibt). Viele Clubs befinden sich im Florentin, am alten Hafen und im Harekevet-Viertel. Zu beachten ist, dass die meisten Clubs erst ab Mitternacht aufmachen; danach kann man aber bis in die Morgenstunden feiern. Ansonsten gehen Israelis auch gerne in die vielen Cafés (z. B. in der Ibn-Gvirol-Straße, Sheikin-Straße und am Rothschild Boulevard).

Wenn man mobil ist, kann sich auch nach einer Kibbuzdisko erkundigen.

Ende 2018 verabschiedete man ein Anti-Prostitutionsgesetz, das Freier ab 2020 mit Geldstrafen ab 2000 ₪ belegt und zugleich Maßnahmen vorsieht die im Gewerbe arbeitenden Damen zu „reformieren.“ Ob damit das „älteste Gewerbe der Welt“ wirklich beseitigt werden kann ist zu bezweifeln. Wer als Mann nicht in unangenehme Situationen kommen möchte sollte die Gegenden in den der Straßenstrich (noch) blüht, z. B. im Süden von Tel Aviv rund um den alten Busbahnhof und der Tel-Baruch-Strand im Norden der Stadt unbedingt meiden. Beide Viertel sind auch sonst für Drogenhandel und andere Kleinkriminalität berüchtigt.

Unterkunft

Israel verfügt über ein breites Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten – das Angebot reicht von der Möglichkeit des Campens über sehr einfache Unterkünfte, Jugendherbergen, Privatzimmer mit Übernachtung und Frühstück, ländlichen Hotelanlagen bis hin zum hochklassigen (und teuren) Mehr-Sterne-Hotel. Einen groben Überblick über das Angebot gibt das israelische Tourismusministerium auf der entsprechenden Seite.

Ausländer mit den Touristenvisa der Kategorien B2, B3 und B4 sind von der 18%igen Mehrwertsteuer auf Übernachtungen befreit. Das gilt auch für Essen und Trinken und andere im Hotel erhaltenen Dienstleistungen. Internet-Buchungsportale rechnen dies in ihre Preise auch nicht ein. Hoteliers geben ihre Preise gerne in US$ an und „verrechnen“ sich dann beim Kurs zu ihren Gunsten.

Hochsaisonpreise werden um die hohen jüdischen Feiertage und im Juli/August verlangt. In den Palästinensergebieten sind sie ganzjährig etwa gleich (außer in Bethlehem zu Ostern und Weihnachten) und durchschnittlich für die gleiche Qualität etwa ein Drittel günstiger.

Gerade in Jerusalem und Tel Aviv gibt es ein breites Hotelangebot, meist in der einfachen oder mittleren Preisklasse. Einige davon haben sich auf Gruppenreisen von Pilgern eingestellt. Auch die meisten renommierten Hotelketten des gehobenen Segments sind hier vertreten. Ähnliches gilt für die Städte oder Badeorte an der Mittelmeerküste. Generell kann man davon ausgehen, dass die größeren Städte in Israel über ein oder mehrere Hotels verfügen. Einen Überblick bekommt man auf der Seite des Israelischen Hotelverbandes (Israel Hotel Association/IHA); dort kann man auch gezielt nach Hotels suchen. Unter dem Dach dieses Verbandes sind landesweit mehr als 300 Hotels zusammengeschlossen. Die Preise für Hotels und andere Herbergen in den gehobenen Segmenten werden übrigens häufig nicht in Schekel, sondern in US-Dollar angegeben.
Mit Trinkgeldern ist man eher zurückhaltend, 5 ₪ auf dem Kopfkissen am Tag nach der Ankunft sind genug, um das Zimmermädchen bei Laune zu halten.

In den ländlichen Regionen gibt es Touristenunterkünfte vor allem in Kibuzzim (genossenschaftlich organisierten Gemeinschaftssiedlungen), die teilweise Feriendörfer, in der Regel mit Hotelstandard, unterhalten. Diese Hotelanlagen haben häufig einen etwas familiäreren Charakter und sind meist landschaftlich reizvoll gelegen, z. B. im Karmelgebirge, am Mittelmeer oder am See Genezareth. Zumindest manche dieser Hotels kann man auch bei IHA finden.

Häufig findet man in kleineren Orten auch Country Lodges, die zumindest Bed and Breakfast anbieten. Die Ausstattung der Privatzimmer kann für mitteleuropäische Verhältnisse recht spartanisch ausfallen. Immer attraktiver werden für Israelis und auch für Reisende Fremdenzimmer in Privathaushalten, die als „Guesthouse” oder „Tsimmer“ bezeichnet werden – man kann auf einfach eingerichtete Räume aber auch luxuriöse Einlieger-Appartements stoßen, eigenes Bad, Klimaanlage, Kühlschrank, Teekocher, Mikrowelle und Herdplatte für Selbstversorger gehören praktisch immer zum Angebot und aus berufenem Mund gibt es beim Einchecken immer gleich ein paar Ausflugstipps für die Umgebung. Preislich liegen sie meist im oberen Mittelsegment.

Wünscht man eine Übernachtung in einem christlichen Gästehaus, kann die Seite des Christlichen Informationszentrums (cicts.org) in Jerusalem zumindest mit Anschrift, Telefon und Mail-Adressen weiterhelfen. Die Seite enthält allerdings keine weiterführenden Internetadressen und auch sonst keine weiterführenden Informationen. Die christlichen Gästehäuser sind trotz ihres Charakters nicht nur für Christen oder besonders gläubige Menschen geeignet; teilweise bieten sie angenehme Übernachtungsmöglichkeiten mit einem guten Service zu einem einigermaßen günstigen Preis. Oft inklusive sind Angebote von Bibelstunden amerikanisch-evangelikaler Ausrichtung.

Etwas günstiger, aber noch nicht im untersten Preissegment gelegen, sind die israelischen Jugendherbergen, die ebenfalls an vielen Standorten Übernachtungsmöglichkeiten bieten. Hier besteht auch die Möglichkeit, Zimmer als Doppelzimmer zu mieten. An einigen Orten, z. B. in Massada oder En Gedi, wird die Jugendherberge vielleicht sogar die beste Option darstellen. Die israelischen Jugendherbergen bieten normalerweise eine einfache, aber relativ gute Ausstattung. Wenn man innenstadtnah wohnen will, sollte man die Lage prüfen; die Tel Aviver Jugendherberge liegt z. B. ein ganzes Stück nördlich des Zentrums. Einen Überblick über die Unterkünfte des israelischen Jugendherbergsverbandes IYHA (Israel Youth Hostel Association) erhält man auf der entsprechenden Seite auch auf deutsch.

Bei Rucksackreisenden sind schließlich private Hostels beliebt, die zum Teil für sehr wenig Geld Übernachtungen – oft ohne Frühstück – anbieten. Private Hostels findet man in Israel recht häufig, v. a. in Jerusalem und Tel Aviv, und sie können sehr dabei helfen, den Geldbeutel zu schonen, weil man die günstigsten Unterkünfte schon im Preissegment von 50 bis 100 ₪ findet. Allerdings kann man durchaus in Hostels mit schlechtem Service landen, bei denen zudem die Ausstattung schlecht und die Hygiene nicht eben begeisterungswürdig sind. Wer empfindlich ist, sollte sich nicht unbesehen in ein privates Hostel einmieten, sondern sich erst einmal das Zimmer bzw. die Schlafsäle, die Bäder, in manchen Fällen auch die anderen Gäste zeigen lassen. Wenn man nicht allzu sensibel ist und keinen großen Luxus braucht, kann ein privates Hostel eine gute Option für die Nacht sein. Bei der Suche nach einer solchen Unterkunft helfen insbesondere hostels-israel.com und hostelz.com weiter. Die letztgenannte Seite bietet auch Bewertungen und Erfahrungsberichte.

Lernen

Israel ist das Ziel verschiedener Schüler- und Jugendaustauschprogramme; eine mögliche Anlaufadressen zu diesem Thema ist das z. B. das Koordinierungszentrum Deutsch-Israelischer Jugendaustausch ConAct in Wittenberg.

Als Studierender kann man ein oder mehrere Auslandssemester im Land verbringen, muß allerdings mit erheblichen Kosten rechnen, da die Gebühren recht hoch sind (die Summen können durchaus bei 10.000 US-Dollar im Jahr liegen). Ausführliche Informationen zum Studieren in Israel bietet der Deutsche Akademische Austauschdienst auf den entsprechenden DAAD-Seiten über Israel. Dort sind auch weiterführende Links angegeben.

Eine israelische Besonderheit sind die sogennanten Ulpaním (אולפן Einzahl: Ulpán). Dabei handelt es sich um spezielle Intensivkurse zum Erlernen der hebräischen Sprache. Diese Kurse sind oft mit Arbeits- oder Studienaufenthalten gekoppelt. Primäre Zielgruppe sind in erster Linie jüdische Neueinwanderer, allerdings besteht teilweise auch die Möglichkeit, als Ausländer an Ulpan-Kursen teilzunehmen.

Für einen Lern-Aufenthalt in Israel ist es unter Umständen nicht unbedingt nötig, dass man Hebräisch kann. Das gilt v. a. für Angebote des Jugendaustauschs, aber auch für manche Studiengänge, da es auch Angebote und Kurse auf englisch gibt. Unabhängig vom konkreten Zweck des Aufenthalts sollte man sich in jedem Fall über die einschlägigen Visumsbestimmungen informieren, da ein B-2-Touristenvisum in der Regel nicht ausreichend ist; man muß sich Österreicher oder Schweizer außerdem im Vorfeld um eine ausreichende Krankenversicherung kümmern und sich Gedanken darüber machen, wie man einen (längeren) Aufenthalt finanzieren kann. Ein Studentenvisum schließt keine Arbeitserlaubnis ein!

Arbeiten

Wenn man längere Zeit in Israel arbeiten will, gilt ähnliches wie für Aufenthalte zum Zweck des Lernens: Auch hier muß man sich über die jeweiligen Besonderheiten beim Visum informieren bzw. sich um entsprechende Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigungen bemühen, soweit dies nicht durch die vermittelnde Stelle erledigt wird. Geklärt sein muß auch die Frage nach einer langfristigen Auslandskrankenversicherung und nach der Finanzierung des Aufenthalts. In der Regel wird es nicht möglich sein, einer normalen Erwerbstätigkeit nachzugehen, man wird daher unter dem Strich mehr Geld ausgeben als man verdient.

Echte Erwerbstätigkeit ist unter dem Stichwort „Arbeiten in Israel“ eher die Ausnahme. Ein Visum erhält man nur nach Antrag des zukünftigen Arbeitgebers, um alle relevanten Aspekte (Unterkunft, Versicherungen, Verpflegung etc.) muß man sich im Falle eines „echten“ Arbeitsverhältnisses selbst kümmern. Die Wochenarbeitszeit im Lande ist deutlich länger als in Mitteleuropa.

Bei den typischen (freiwilligen) Arbeitsaufenthalten in Israel bekommt man nur ein Taschengeld, das aber nicht so hoch ist, um den Flug oder längere Urlaubsphasen davon bezahlen zu können. Kost und Logis werden gestellt, allerdings sollte man keinen übertriebenen Luxus erwarten, die Unterbringung erfolgt meist in Zimmern mit zwei bis drei Betten (selten vier). Bei den freiwilligen Einsätzen gibt es meist Altersgrenzen.

Bei manchen Stellen sind zumindest Grundkenntnisse der hebräischen Sprache nötig, gelegentlich kann man vor Ort noch an Kursen teilnehmen. Ohne grundlegende Englischkenntnisse wird man allerdings nur im Ausnahmefall zurechtkommen.

Die israelische Arbeitswoche umfasst fünfeinhalb bis sechs Tage (meist Sonntag bis Freitagmittag) mit bis zu acht Stunden, der Schabbat ist normalerweise arbeitsfrei. Die Einsatzstellen gewähren in der Regel Urlaubstage, so daß man während der Einsatzzeit einige Tage Urlaub einschieben kann.

Feiertage

Anders als der gregorianische Kalender ist der jüdische Kalender ein Mondkalender mit kürzeren Monaten; die Abweichungen, die sich dadurch gegenüber dem Sonnenjahr ergeben, werden durch eingeschobene Schaltmonate ausgeglichen. Im Alltag führt das erst einmal kaum zu Problemen, da auch in Israel der gregorianische Kalender für die meisten Datumsangaben benutzt wird (ggf. ergänzt durch das entsprechende Datum des jüdischen Kalenders).

Ganz anders sieht die Situation bei den Feiertagen aus: Diese richten sich ausschließlich nach dem jüdischen Kalender (das gilt auch für die säkularen Feiertage), was dazu führt, dass die Feste und Feiertage aus der Sicht des christlichen Kalenders – ähnlich wie Ostern – um mehrere Wochen hin und her wandern.

Termin 2018

Termin 2019

Name

Bedeutung

1.03.2018

20./21.03.2019

Purim

Fest zur Erinnerung an die Rettung der Juden durch Königin Esther im persischen Reich. Ausgelassenes Fest mit Verkleidungen, Masken und viel Lärm.

30.03.-7.04.2018

19.04.-27.04.2019

Pessach

Eines der bekanntesten jüdischen Feste, im Deutschen auch „Passah“. Es erinnert an den Auszug der Juden aus Ägypten und ihre Befreiung aus der Sklaverei. Da nach der biblischen Überlieferung kein Sauerteigbrot mehr gebacken werden konnte, gilt noch heute während der Zeit des Festes die Vorschrift, dass nichts Gesäuertes (also z. B. kein normales Brot) gegessen werden darf. Ein Höhepunkt ist der so genannte „Sederabend“ im Kreis der Familie, an dem mit Texten, Liedern und symbolischen Speisen des Auszugs gedacht wird, als Feiertage eingehalten werden vor allem der erste und der letzte Tag.

11.04.2018

1.05.2019

Jom haScho'a

Gedenktag an den Holocaust (Scho'a), beim Ertönen der Sirenen ruht im ganzen Land der Verkehr, alle steigen aus den Fahrzeugen aus und halten eine Schweigeminute in Gedenken an die Toten; Arbeitstag.

18.04.2018

8.05.2019

Jom haZikaron

Gedenktag an die gefallenen Soldaten und die Opfer des Terrorismus

19.04.2018

9.05.2019

Jom haAtzma'ut

Der Unabhängigkeitstag des Staates Israel, wird überall mit Picknicks gefeiert.

19.05.-21.05.2018

08.-10.06.2019

Schawuot (Wochenfest)

Fest zur Erinnerung an den Empfang der zweiten Zehn Gebote am Berg Sinai durch Mose, zugleich auch ein Erntedankfest

09.09.-11.09.2018

29.09.-1.10.2015

Rosch Haschana (Neujahrsfest)

Das jüdische Neujahrsfest und „Tag des Gerichts“

18./19.09.2018

8./9.10.2019

Jom Kippur

Das Versöhnungsfest ist eines der höchsten Feste im Jahr. Diese Tag begehen selbst viele säkulare Juden mit Fasten in innerer Einkehr, in Israel kommt das öffentliche Leben praktisch zum Erliegen.

23.09.-30.09.2018

13.10.-20.10.2019

Sukkot (Laubhüttenfest)

Das Laubhüttenfest erinnert an die Wanderung durch die Wüste nach dem Auszug aus Ägypten. In Erinnerung an die Wüstenwanderung werden Hütten aus Zweigen und Stoffbahnen gebaut, in denen z. B. die Mahlzeiten eingenommen werden.

1.10.2018

21.10.2015

Schmini Azeret

Schlussfest des Festes Sukkot

30.9./2.10.2018

20./22.10.2012

Simchat Tora

Fest der Gesetzesfreude, Feiertag nur in der Disapora

2.12.-10.12.2018

22.12.2015-30.12.2015

Chanukka (Lichterfest)

Fest zur Erinnerung an die Wiedereinweihung des jüdischen Tempels in Jerusalem

Da der Tag nach jüdischem Verständnis am Abend beginnt, fangen auch die Feiertage schon am Vorabend des eigentlichen Festtages an. An den hohen Festtagen kehrt ab dem späteren Nachmittag des Vortages weitgehend Ruhe ein, d.h. es fahren keine öffentlichen Verkehrsmittel, die meisten Geschäfte haben geschlossen. Bei mehrtägigen Festen betrifft das nur den ersten und den letzten Tag.

Als höchster Feiertag gilt übrigens keiner der genannten Feiertage, sondern der Wochenfeiertag Schabbat. Der Schabbat beginnt Freitag bei Sonnenuntergang und endet am Samstag bei Sonnenuntergang. Für Reisende ist dieser Tag insofern von Bedeutung, als praktisch keine öffentlichen Verkehrsmittel fahren, El Al nicht fliegt und manche Straßen – besonders in Jerusalem und anderen Städten bzw. Stadtgebieten mit vorwiegend religiöser Bevölkerung – für den Verkehr gesperrt sind (vgl. dazu die ausführlichen Hinweise im Abschnitt Mobilität). Als Nichtjude muß man sich zwar nicht an die zahlreichen strengen Vorschriften für den Schabbat halten, aber man sollte dennoch Rücksicht nehmen. Man sollte es also z. B. unterlassen, draußen laut Musik zu hören, unnötig durch religiöse Bezirke zu fahren oder an der Klagemauer zu fotografieren oder zu filmen.

Sicherheit

Polizei
Ein israelischer Polizist kommuniziert in landestypischer Manier. (Wenn er nicht, wie im alleine im Mai 2021 in mindestens 63 Fällen geschehen, palästinensische Kinder tötet.)

Grundsätzliche Hinweise

Es wird es kaum jemanden geben, der sich im Vorfeld eines Urlaubs in Israel nicht mit dem Thema „Sicherheit“ auseinandersetzt. Kann man gefahrlos in dieses Land und vielleicht sogar in die palästinensischen Gebiete reisen? Fast jeder wird vor der Reise von irgendwelchen wohlmeinenden Bekannten zu hören bekommen: „muß es gerade Israel sein? Hast Du keine Angst, dorthin zu fahren? Was ist mit den Anschlägen?“ Wenn man bis zu diesem Punkt nicht schon beunruhigt ist, ist man es vermutlich spätestens dann, wenn man die ersten Sicherheitskontrollen und die starke Polizei- und Militärpräsenz im Land erlebt.

Wie gefährlich ist eine Reise nach Israel? Eine pauschale Antwort ist schwierig, aber eines wird man von vorneherein festhalten dürfen: Eine Fahrt in dieses Land ist weniger gefährlich, als es mit dem Blick von Mitteleuropa aus scheinen mag. Diese Behauptung lässt sich mit einigen Überlegungen plausibel machen. Sie sollen die potentiellen Gefahren nicht verharmlosen oder negieren, allerdings das eine oder andere Vorurteil etwas zurechtrücken:

  • Das Bild Israels und der palästinensischen Gebiete wird stark durch die Nachrichtenmeldungen bestimmt. Für die Springer-Presse hat der Gründervater vorgegeben, daß über das jüdische Israel ausschließlich positiv zu berichten ist. Während man über das normale Alltagsleben kaum etwas hört, wird jeder Vorfall in der Kategorie verbucht: Aha, schon wieder ein Zusammenstoß, schon wieder ein Anschlag. Die Vorkommnisse, die es in die Nachrichten schaffen, dominieren so tendenziell das Bild des Landes insgesamt.
  • Die Gefährdung durch Anschläge ist faktisch geringer als oft angenommen wird. In den letzten Jahren gab es fast keine Anschläge; die Gefahr, durch einen Verkehrsunfall ums Leben zu kommen, liegt indessen etwa auf europäischem Niveau – im Jahr sterben fast so viele Menschen auf Israels Straßen wie bei den bisherigen Anschlägen zusammen.
  • Viele Zusammenstöße sind lokal und zeitlich begrenzt und in ihren Ausmaßen oft kaum gravierender als hierzulande Zusammenstöße zwischen der Polizei und Autonomen oder Fußballfans. Es kann einem passieren, dass man an der Rezeption eines Hotels in Jerusalem nach einem Vorfall aus der Vorwoche fragt, der in den deutschen Nachrichten war, und der Gefragte erst kurz überlegen muß, ob da was war (und wenn ja, was). (Was vor allem daran liegen dürfte, daß wöchentlich soviele Gewalttaten durch Sicherheitsorgene begangen werden, daß der Normalbürger diese ausblendet.)
  • Die Zahl der Anschläge hat sich in den letzten Jahren auch durch die höchst umstrittenen israelischen Sperranlagen zum Westjordanland deutlich verringert. Ob diese Sperranlage, die weltweit ubnd natürlich den Palästinensern als „Apartheids-Mauer“ empfunden wird, die Ursachen oder die Symptome bekämpft, ist eine andere Frage.
Anziehen Westjordanschild Grenze Bethlehem
Li.: Hinweisschild: Frauen die dieses jüdische Wohnviertel betreten haben sich züchtig anzuziehen. Mitte: Westjordanland: Betreten für Israelis lebensgefährlich. Re.: Mauer in Bethlehem (Kein anti-faschistischer Schutzwall, aber ebenso gut bewacht samt Schießbefehl).

Um nicht missverstanden zu werden: Labiler als in Europa ist die Lage tatsächlich; es bestehen in der Tat Spannungen, die vor allem auf die Unterdrückung der indigen Bevölkerung, die zur entrechteten Minderheit geworden ist, zurückzuführen sind. Es kann schnell zu Eskalationen kommen. Auch die Gefahr von Anschlägen ist weiterhin nicht völlig gebannt. Daher sollte man im Vorfeld einer Israelreise die allgemeine Entwicklung in der Region beobachten und sich bei einer Eskalation rechtzeitig kundig machen, ob man die Reise antreten kann (insbesondere, wenn man eine privat organisierte Reise macht). Aber: Eine Reise nach Israel bedeutet nicht automatisch Gefahr für Leib und Leben.

Sicherheit im Land

Israel ist nicht grundsätzlich unsicher, sonst wäre das Land nicht das Ziel vieler Touristen. Die eigene Sicherheit im Land kann man allerdings noch etwas verbessern, wenn man gewisse Grundregeln beachtet:

MPi in Tram
Selbst [wehrpflichtige] junge Frauen haben mitunter ein Sturmgewehr um die Schulter gehängt. Hier in der jerusalemer Trambahn.
  • Folgen Sie den Anweisungen des Sicherheitspersonals. (Das sollte deutschen Besuchern, denen Kadavergehorsam anerzogen ist, nicht schwer fallen.)
  • Arbeiten Sie mit den Sicherheitsdiensten zusammen, auch wenn Kontrollen und Befragungen unangenehm sein können. („Unangenehm“ insofern, als daß der oberste Gerichtshof in zwei Grundsatzurteilen Folterung von Verdächtigen für zulässig erklärt hat.)
  • Meiden Sie, soweit möglich, große Menschenansammlungen. Bei, schnell in Gewalt umschlagenden, Demonstrationen orthodoxer Juden oder Palästinenser wird von der Armee schnell und oft scharf geschossen, jährlich kommen so auch etliche Kinder zu Tode. Eine Strafverfolgung der Ordnungskräfte findet prinzipiell nicht statt.
  • Der oberste Gerichtshof hat schon zu Zeiten der ersten Intifada und 1999 die Folterung von „Terrorverdächtigen“ ausdrücklich gestattet. Sie findet auch regelmäßig statt. Zur erwähnten Gruppe „Krimineller“ werden schon einfache Steinewerfer bei Demonstrationen oder an der Grenzmauer gerechnet.
  • Lassen Sie unnötige Provokationen! Ein Spaziergang mit Israelflagge in den arabischen Vierteln Hebrons ist genauso unangebracht wie ein Palästinensertuch an der Klagemauer, auch wenn letzteres keine Gefahr für Leib und Leben darstellt.
  • Sollten Sie Ihre Reise selbst organisiert haben und zu einer Zeit im Land sein, in der die Situation unruhig ist, dann informieren Sie sich regelmäßig über die aktuelle Lage und meiden sie Krisenherde. Nachrichtenseiten gibt es vielfach auch auf Englisch. Zur Not kann man in den Tourismusbüros und in der jeweiligen Unterkunft nach aktuellen Entwicklungen fragen.

Gut zu wissen: Nachdem sich Aggressionen vorrangig gegen die jeweils andere Seiten richten und beide Seiten vom Tourismus profitieren, ist es manchmal nicht unbedingt das Schlechteste, wenn man als Tourist(in) erkennbar ist.

Generell gilt: Abgesehen vom Gazastreifen kann man praktisch das ganze Land und auch das Westjordanland ohne besondere Gefahren bereisen. Ausnahme: Im Grenzgebiet zum Gazastreifen (z. B. in der Gegend um Sderot) kommt es immer wieder zu Raketenangriffen, so daß man das Gebiet in Zeiten verstärkter Aggressionen meiden oder sich wenigstens über die aktuelle Lage informieren sollte. Reisen in den Gazastreifen sind derzeit (2019) nicht möglich.

Gesundheit

Notrufnummer des Magen David Adom (israelisches Rotes Kreuz): ☎ 101

Das deutsch-israelische Sozialversicherungsabkommen sichert eine medizinische Notfallversorgung, auch von Arbeitnehmern, bei Vorlage eines Auslandskrankenscheins, der bei der jeweiligen Krankenkasse anzufordern ist (die EHIC gilt nicht). Es besteht kein Sozialversicherungsabkommen mit Österreich, jenes mit der Schweiz deckt nur Rente und Invalidität ab. An Impfungen werden die auch in Europa vorgenommen Impfungen empfohlen (also z. B. Tetanus) sowie zusätzlich Hepatitis A, ggf. auch B und für die palästinensischen Gebiete eventuell Typhus.

Wenn man regelmäßig Medikamente nimmt, muß man ausreichende Vorräte für den Reisezeitraum mitnehmen. Brillenträger sollten erwägen, eine Ersatzbrille mit auf die Reise zu nehmen. Empfehlenswerter Bestandteil des Gepäcks ist auch eine kleine Reiseapotheke. Auf keinen Fall vergessen sollte man – vor allem im Sommerhalbjahr – Kopfbedeckung, Sonnenbrille und Sonnencreme.

Wenn man in Israel krank wird, kann man bei der Botschaft des Heimatlandes anfragen und sich nach deutschsprachigen Ärzten erkundigen (Liste verschiedener Ärzte in Tel Aviv ). In Notfällen hilft die Notaufnahme der Krankenhäuser weiter. Mit Englisch kommt man auch in den Kliniken im gut durch, allerdings trifft man immer wieder auf Mitarbeiter ohne ausreichende englische Sprachkenntnisse, da hier auch viele Einwanderer aus früheren Ostblockstaaten Arbeit gefunden haben. Analog zum Roten Kreuz gibt es in Israel den so genannten Magén Davíd Adóm (hebr.: מגן דוד אדום „Roter Davidsstern“ oder „Roter Schild Davids“), der für Krankentransporte und Notfallrettung zuständig ist aber auch eigene Polikliniken betreibt. Alle israelischen Ärzte sprechen einigermaßen Englisch.

Das israelische Gesundheitssystem bietet Versorgung auf einem hohen Niveau, vergleichbar mit anderen westlichen Industriestaaten. In den palästinensischen Gebieten ist die Versorgung etwas schlechter.

In Israel bestehen kaum andere Gesundheitsrisiken als in Mitteleuropa. Vom Genuss von Leitungswasser wird gelegentlich abgeraten (man kann stattdessen verschiedene Mineralwässer aus einheimischen Quellen trinken), im Normalfall ist das Trinkwasser in Israel aber sicher. Ob man es trinken will, ist eine andere Frage: Oft ist es relativ warm und nicht sonderlich angenehm im Geschmack, gelegentlich hat es auch eine deutliche Chlornote. Auch beim Essen muß man keine übertriebene Vorsicht walten lassen. Wenn man hier keine Risiken eingehen will, kann man z. B. darauf achten, dass man nur Obst zu sich nimmt, das man schälen kann. In den palästinensischen Gebieten ist etwas mehr Vorsicht angebracht, hier bestehen auch geringfügig erhöhte Infektionsrisiken für manche Krankheiten.

Auf keinen Fall unterschätzen sollte man die Sonne – ausreichender Sonnenschutz für Kopf und Haut ist vor allem im Sommer unumgänglich. Wenn man nicht ausreichend trinkt, besteht besonders in der Wüste, wo man zwar viel schwitzt, es durch die trockene Luft jedoch weniger bemerkt, die Gefahr des Dehydrierens. Ein gewisses Gesundheitsrisiko stellen die allgegenwärtigen Klimaanlagen dar. Um Erkrankungen vorzubeugen, ist es nicht schlecht, wenn man einige leichte Kleidungsstücke (leichte Jacke, ggf. Socken oder Halstuch) für öffentliche Verkehrsmittel, Museen usw. im Handgepäck hat, um Erkältungen vorzubeugen.

Leitungswasser kann überall bedenkenlos getrunken werden.

Giftige Tiere

Die einzig wirklich häufige Giftschlange ist die meist graue, nachtaktive, vor allem in Eichenwäldern lebende Vipera palaestinae. Ihr Biß verursacht innere Blutungen, die extrem schmerzhaft sind und zum Tode führen können. Die baldmöglichste Gabe eines Antiserums ist absolut notwendig.

Skorpionbisse sind vor allem schmerzhaft. Gerade wenn man in der Natur übernachtet, sollte man morgens seine Schuhe ausschütteln. Skorpione schätzen deren Wärme. Die Naturparkverwaltung hat 2018 einen Führer zu den 21 indigenen Skorpionarten, von denen drei giftig sind, herausgegeben.

Klima

Klimadiagramm Beersheba Klimadiagramm Eilat Klimadiagramm Haifa Klimadiagramm Tl Aviv
Klimadiagramme.

Allgemeine Informationen

Trotz seiner kleinen Fläche hat Israel kein einheitliches Klima, es bestehen bei geringen räumlichen Distanzen zum Teil gravierende Unterschiede. Das liegt zum einen am von Norden nach Süden abnehmenden Einfluss des Mittelmeers, zum anderen an den starken Höhenunterschieden innerhalb des Landes. Während im Nordteil des Landes mediterrane Bedingungen vorherrschen, geht das Klima Richtung Süden und Südosten in ein Wüstenklima über; jenseits der südlichen Landesgrenzen schließen sich überall Wüstengebiete an.

In Israel kennt man die gleichen Jahreszeiten wie in Mitteleuropa, allerdings mit einer anderen Verteilung: Die Hauptjahreszeiten sind der Winter (etwa November bis März) und der Sommer (etwa Mai bis September). Im Winter ist das Wetter wechselhaft; es kann auch in dieser Jahreszeit schöne und vergleichsweise warme Tage geben, allerdings gibt es dazwischen immer wieder Gewitter und Regen, in höheren Lagen möglicherweise auch Schneeregen oder Schnee. Unter Umständen hat man mehrere Tage lang nasskaltes, trübes Wetter bei Temperaturen um die 10 Grad und darunter; in schlecht isolierten Häusern mit fehlenden Zentralheizungen (in Israel gar nicht so selten) kann man um diese Jahreszeit empfindlich frieren. Im Sommer stellt sich dagegen eine Großwetterlage ein, die dafür sorgt, dass kein Regen fällt; vom wolkenlosen Himmel strahlt täglich die Sonne, im Normalfall werden im Hochsommer tagsüber gut dreißig Grad erreicht (regional auch 40 °C und mehr). Die beiden Übergangszeiten im Frühjahr und im Herbst sind relativ kurz, sie dauern nur etwa sechs Wochen. Im Zuge dieser Umstellung kann es zu einer Wetterlage kommen, die dazu führt, dass vorübergehend ein starker Wind (der sogenannte Chamsin oder Scharav) weht, der trockene und heiße Wüstenluft in die Region transportiert. Zur Zeit des Chamsin werden die Jahreshöchsttemperaturen erreicht. Als schöne Reisezeit gilt das Frühjahr, wenn die Landschaft noch grün und in voller Blüte ist; andere günstige Reisezeiten sind der Herbst und der frühe und späte Sommer.

Klimaregionen

Im beschriebenen allgemeinen Rahmen weist das Klima innerhalb des Landes erhebliche regionale Unterschiede auf.

  • Im Streifen entlang der Mittelmeerküste (bis zu einer Breite von maximal 20 km) sorgt der Einfluss der See für ein eher gemäßigtes Klima. Im Winter gibt es hier keine Fröste, es fällt relativ viel Regen. Im Sommer steigen die Temperaturen nicht ganz so hoch und man hat häufig eine leichte Brise vom Meer her, allerdings ist die Luft oft sehr schwül.
In dieser Klimaregion liegen u. a. Westgaliläa und die Bucht von Haifa, die Karmelküste zu Füßen des Karmelgebirges, die Scharonebene, die Südliche Küstenebene und Tel Aviv.
  • Das Bergland zwischen dem Küstenstreifen und dem Jordantal liegt relativ hoch, hier ist der Einfluss des Meeres nicht mehr so groß. In dieser Region fällt im Winter viel Regen und auch Schneeregen oder Schnee, es kann recht kalt werden. Im Sommer ist es hier allgemein am angenehmsten, weil die Luft zwar heiß, aber trocken ist. Abends kühlt die Luft im Sommer stark ab; anders als in den tiefer liegenden Landesteilen braucht man ggf. eine lange Hose oder einen Pullover zum Draußensitzen.
In dieser Klimaregion liegen z. B. der größte Teil Obergaliläas, Untergaliläa, die Gegend um Jerusalem und der Westteil des palästinensischen Westjordanlands.
  • Am Übergang zum Klima des Jordangrabens liegt die Jesreelebene; sie liegt nicht so hoch wie das Bergland, so daß die Temperaturen hier allgemein höher sind; im Sommer kann es recht heiß werden. Eine deutliche Ausprägung erhalten diese klimatischen Besonderheiten im nördlichen und mittleren Jordangraben selbst: Er liegt so tief, dass allein dadurch die Temperaturen höher liegen; der vorherrschende Westwind erwärmt sich zudem beim Abfall von den höheren Lagen in den Jordangraben, so daß die Temperaturen weiter steigen. Die Folge ist ein sehr warmes, im Sommer drückend schwüles Klima, auch abends kühlt es kaum ab. Der mittlere Jordangraben im Bereich des See Genezareth und südlich davon ist frostfrei, hier sieht man (wie an der Küste) häufiger Bananenplantagen.
In dieser Klimaregion liegen z. B. die Huleebene im östlichen Obergaliläa, der See Genezareth mit Tiberias, das Bet-Sche'an-Tal und der nordöstliche Zipfel Samarias.
  • Die vierte große Klimaregion ist die Wüste, hierzu rechnet ungefähr die Hälfte des Landes. Der Süden besteht bis auf die Höhe von Be'er Scheva aus der Wüste Negev; von dort zieht sich das Wüstengebiet Richtung Nordosten und geht am Toten Meer in die judäische Wüste über, die sich im südlichen Jordangraben bis hinein nach Samaria erstreckt. In diesen Gebieten fällt auch im Winter kaum Niederschlag, im Sommer können Temperaturen von über 40° erreicht werden (im Schnitt zehn Grad mehr als im Bergland). Am Toten Meer ist es durch die Verdunstung die meiste Zeit schwül; im Sommer kühlt es auch nachts kaum unter 25 Grad ab, im Winter werden Nachttemperaturen von mehr als zehn Grad gemessen (während es im Bergland, 20 Kilometer Luftlinie entfernt, schneien kann). Dagegen ist die Luft in weiten Teilen des Negev trocken mit erheblichen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht; im Winter kann es dort sehr kalt werden.
In dieser Klimaregion liegen z. B. die Judäische Wüste, der israelische Küstenabschnitt am Toten Meer und die Wüste Negev. Eilat, ganz im Süden, ist so trocken und heiß, dass man hier ganzjährig im Roten Meer baden kann.

Der Vollständigkeit halber erwähnen muß man schließlich die von Israel besetzten Golanhöhen, die völkerrechtlich zu Syrien gehören. Diese Region liegt sehr hoch, es ist daher auch im Sommer recht kühl und es fällt im Winter relativ viel Regen. Dann wird es hier teilweise sehr kalt, im nördlichen Golan kann man am Hermon bei Neve Ativ sogar Ski fahren, weil am Hermon mehrere Monate Schnee liegt.

Respekt

im Patriarchengrab
Machpela, Grab der Patriarchen: für Touristen liegen Umhänge bereit, die ausreichend alle Körperteile bedecken. Schild
Verhaltensregeln am Berg der Seligpreisungen: Keine Tiere, keine Pistolen.

In Israel leben zahlreiche Menschen unterschiedlicher Religionen und Herkunft miteinander, wobei das Spektrum von strenggläubig bis vollkommen liberal reicht. In diesem Spannungsfeld ist es für Besucher manchmal schwierig, den richtigen Weg zu finden, wenn es um die Frage geht: Wie verhalte ich mich?

Folgende Punkte sollte man nach Möglichkeit grundsätzlich beherzigen:

  • Man sollte nicht jedem die eigene Meinung zum Konflikt (Als Deutscher und Österreich hat man prinzipiell und überall seine Schnauze zu halten was Kritik jeder Art an den Angehörigen des „von Gott auserwählten Volkes“ betrifft! Es gilt zur pro-zionistischen Meinungsmache nur zu sagen: „Arschbacken zusammen und Jawoll!“) zwischen Israel und den Palästinensern kundtun, allein schon, da man auf jemanden treffen könnte, der eine extreme anderslautende Meinung vertritt. Unabhängig davon sollte man sich kurz überlegen, wie es auf die Einheimischen wirken muß, wenn jemand aus Europa kommt und meint, besser über ihre alltägliche Lebenssituation Bescheid zu wissen als sie selbst.
  • Frauen sollten darauf verzichten, mit sehr knapper Kleidung in arabischen Stadtvierteln oder in den arabischen Märkten (z. B. in Jerusalem) unterwegs zu sein, da dann die Gefahr zweideutiger Zurufe steigt.
  • Am Schabbat sollte man auf die religiösen Gefühle Rücksicht nehmen, also z. B. auf das Rauchen in der Öffentlichkeit, das Autofahren in religiösen Vierteln und das Fotografieren an der Klagemauer verzichten.

In Sakralbauten sollte man auf folgende Punkte achten:

  • Grundsätzlich gilt: Minirock und Hotpants sind Kleidungsstücke, die für Sakralbauten aller Religionen ungeeignet sind. Kurze Hosen bzw. Röcke sollten immer über das Knie gehen, die Schultern sind zu bedecken. Hat man freizügigere Kleidung an, muß man sich darauf einstellen, bei Synagogen, Kirchen und Moscheen nicht eingelassen zu werden. Die Aufsichtspersonen verstehen hier teilweise überhaupt keinen Spaß. Wenn man nicht den ganzen Tag lange Hosen anziehen will, kann man sich z. B. mit einer langen Hose behelfen, die man mitnimmt und bei Bedarf über die kurze Kleidung zieht.
  • In Synagogen – und damit auch an der Klagemauer – sowie auf jüdischen Friedhöfen ist der Kopf zu bedecken. Mancherorts (in manchen der großen Synagogen, an der Klagemauer oder auch in der Gedächtnishalle in Yad Vashem) können Männer Kopfbedeckungen ausleihen.
  • In Moscheen sind die Schuhe auszuziehen.
  • In Kirchen sollten Männer ihre Kopfbedeckung abnehmen.

Der Umgangston im Alltagsleben wirkt auf Mitteleuropäer ziemlich rauh, um nicht zu sagen ruppig. Rempeleien ohne sich zu Entschuldigen kommen öfters vor, auch wird es gerne schnell laut. Als Deutscher und Österreicher hat man sich für die Verfehlungen der Großvätergeneration hinreichend betroffen zu zeigen, etwas auf das man im deutschen Schulwesen heutzutage sowieso konditioniert wird.

Homosexuelle

Seit den 1980ern ist schrittweise die rechtliche Gleichstellung erfolgt;. Gleichgeschlechtliche Eheschließungen gibt es nicht, im Ausland durchgeführte werden jedoch anerkannt. Eine wichtige Hilfsorganisation ist Aguda, die auch So.-Do. 7.30-22.30 Uhr eine Hotline betreibt: ☎ +972 3-620-5591.

Sehr tolerant ist man in Tel Aviv, hier gibt es eine sehr lebhafte Szene. In Gebieten derer Bevölkerung von den konservativeren Ansichten der beiden dominierenden Wüstenreligionen geprägt ist, also Alt-Jerusalem, auch im Gebiet nördlich der Jaffa Rd. und den Palästinensergebieten sollte man jedoch öffentliche Zuneigungsbekundigungen jeglicher Art tunlichst unterlassen um Anfeindungen und Schlimmeres zu vermeiden.

Praktische Hinweise

Stecker Typ H
Die in Israel üblichen Stecker vom Typ H. (Links die selten gewordene prä-1989 übliche Form. Auch die Mitteleuropa üblichen 2poligen Stecker kommen vor.)

Notrufe:
Polizei: ☎ 100
Notarzt: ☎ 101
Feuerwehr: ☎ 102
Apothekenbereitschaftsdienst: ☎ 106

Ausländer, die Nothilfe ihrer Regierungen benötigen finden die meisten (noch) Konsulate in Tel Aviv. Für die besetzten palästinensischen Gebiete haben viele EU-Staaten Verbindungsbüros in Ramallah, die konsularische Dienste anbieten.

Behinderte

Viele Museen, städtische Busse und Hotels sind rollstuhlgeeignet. Die Verwaltung der Nationalparks hat auch einige speziell geeignete Pfade ausgewiesen.

Yad Sarah (engl. ☎ 972 2 644-4633) ist eine Freiwilligenorganisation, die, ähnlich der deutschen Bahnhofsmission aber weitergehender, Reisende mit Behinderungen unterstützt. Die Dienstleistungen reichen von der Bereitstellung von Hilfsmitteln (Krücken, Rollstühle) gegen Kaution über Begleitung in resp. Vorbereitung von Hotelzimmern usw. Regionale Zentren bieten teilweise Tagespflege oder einen mobilen Zahnarztdienst.

Rauchverbot

Ab 2007 mußten Bars und Restaurants etc. getrennte, gut belüftete Raucherbereiche einrichten, die nicht mehr als ein Viertel der Fläche einnehmen durften. Seit September 2018 ist das Rauchen (auch von e-Zigaretten) in und vor öffentlich zugänglichen Gebäuden aller Art, dazu rechnen auch Zoos, Schwimmbäder, Schulen usw. verboten. Ebensowenig darf bei Veranstaltungen (hierzu zählen auch Demonstrationen) mit 50 Personen oder mehr im Freien geraucht werden. Die Strafe für Raucher ist 1000 ₪.

Post und Telekommunikation

Es gibt in Israel noch immer öffentliche Telefone, obwohl die Dichte aufgrund der starken Handynutzung in den letzten Jahren nachgelassen hat. Manche dieser Telefone (z. B. in Einkaufszentren) funktionieren mit Münzen, normalerweise braucht man aber Telefonkarten, die so genannten „Telecards.“

Postämter der israelischen Post gibt es in allen größeren Städten. Schlangen sind lang, der Service wird gern als langsam kritisiert. Die Postbank tauscht auch Fremdwährungen, allerdings nur US$, Euro und brit. Pfund.

Will man Postkarten versenden, erhält man Briefmarken oft auch dort, wo die Karten verkauft werden. Eine Postkarte oder ein Brief bis 20 Gramm nach Europa kostet 2019 mit Luftpost 7,40 ₪ (Landweg 3,20 ₪), manche Händler berechnen zuviel. Die Postlaufzeiten von Israel in den deutschsprachigen Raum können erheblich schwanken: Im günstigsten Fall brauchen Postsendungen mit Luftpost nur eine knappe Woche, allerdings sind auch Laufzeiten von ca. zwei Wochen möglich.

Pakete

Ein Päckchen (bis 2 kg) nach Mitteleuropa kostet 2019 mit Luftpost 51,60 ₪, auf dem Landweg nur 28,30 ₪. Die israelische Post besorgt auch den Dienst in die Palästinensergebiete, von/nach hier dauert es aber deutlich länger.

Stand 2019 erhebt der israelische Zoll für Pakete aus dem Ausland bei einem Warenwert bis US$ 75 keine Abgaben. Liegt der Wert unter US$ 500 werden 17% Einfuhrumsatzsteuer fällig, erst darüber wird zusätzlich auch Zoll erhoben. Die Post verlangt in jedem Fall 35 ₪ Abfertigungsgebühr.

Mobilfunk

Im Jahre 2019 gibt es acht Mobilfunkanbieter, die verschiedenste Pakete anbieten. Die günstigsten für Gespräche, wenige Tage gültig kosten 9 ₪, ab 39 ₪ gibt es Rundum-Pakete mit unbegrenzten Freiminuten/SMS und Datenpaketen. Post-paid-Verträge haben Mindestlaufzeiten von 36 Monaten.

Die Betreiber und ihre Webseiten sind unterschiedlich gut auf Besucher (sprich englischsprachige Kunden) eingerichtet. Marktführer ist Cellcom; Pelephone; Orange; HOT Mobile; Golan Telecom; Rami Levy; 012 Mobile; YouPhone. Der Vergleich auch hinsichtlich Abdeckung (Karte 2/3/4G ) lohnt sich.

Mobilfunknummern beginnen mit 05… Sämtliche auch in anderen Ländern vorkommenden Betrugsmaschen mit automatisiertem callback über eingegangene SMS (“ping call”) u. ä. kommen vor.

Man kann im Lande „koschere Handys“ kaufen. Diese sind ihrer Funktionalität beschränkt. Die Webseite venishmartem.com bietet Filteroptionen beim Netzzugang für religiöse Fanatiker an.

Internet

Internetcafés sind weit verbreitet und in nahezu jedem Ort zu finden. Der Preis beträgt ca. 15 NIS pro Stunde. In zahlreichen Cafés ist kostenloser WiFi/WLan Zugang möglich. Alle Filialen von „Aroma Espresso Bar,“ „Arcaffe,“ „McDonald's“ und „Yellow“ verfügen über einen kostenlosen WLAN-Zugang. Falls es nicht sofort ersichtlich ist, kann man beim Personal nachfragen.

Mobiles Internet: Für den reinen Daten-Zugang gibt es bei Mobilfunkanbietern die Versionen 1 GB, 3 GB, 5 GB (alle drei jeweils für 30 Tage gültig), sie kosten z. B. bei Orange 2019 respektive 59, 79 oder 99 ₪. Sollte man mehrfach nach Israel reisen wollen ist es wichtig dem Verkäufer zu sagen, daß man eine unbefristet Karte haben möchte (“sim card without expiry”). „Unbefristet“ bezieht sich hier auf die mögliche Nutzung, eventuelle Guthaben vefallen trotzdem.

In Jerusalem und Tel Aviv wurden Projekte zur vollständigen WiFi-Abdeckung der Städte gestartet; in Haifa und Eilat ist grossflächig freies WiFi bereits Realität. Das automatisierte Einloggen in derartige Netze durch Smartphones erlaubt es deutlich genauere Bewegungsbilder zu zeichnen als es über Mobilfunkzellen möglich ist. Es sei darauf hingewiesen, daß das Datenschutzgesetzgebung in Israel weit hinter europäischen Maßsstäben zurücksteht und viele international agierende Hackerfirmen, die u. a. Spionagesoftware an staatliche Überwachungsorgane weltweit verkaufen in Israel basiert sind. Als Nutzer muß man davon ausgehen, daß jeglicher Datenverkehr den lokalen Staatssicherheitsorganen zugänglich ist, was z. B. für Geschäftsreisende, die Firmengeheimnisse schützen wollen klar sein sollte.

Literatur

Anzufordern beim: Staatliches Israelisches Verkehrsbüro, Auguste-Viktoria-Str. 74, 14193 Berlin–Wilmersdorf

Reiseführer und Karten

  • Ardito, Fabrizio; Jerusalem, Israel, Petra & Sinai; München 2015 (Dorling Kindersley); (Orig. engl.)
  • Borlinghaus, Winfried; Israel: das Heilige Land – von Galiläa bis Eilat: 41 ausgewählte Touren; München 2017 (Bergverlag Rother)
  • Israel – Karte im Maßstab 1:250.000 des world mapping project. Bielefeld ⁴2008 (Reise Know-how Verlag). (Reiß- und wasserfeste Israelkarte; GPS-tauglich, mit Höhenlinien und Ortsregister.)
  • Schmidt-Hirschfelder, Katharina; Stankiewicz, Thomas; Israel; München ²2018 (Bruckmann)
  • Studemund-Halévy, Michael; Israel und Palästina: heilige Orte, archäologische Stätten, Museen, Märkte, Landschaften, Hotels, Restaurants ; die Top Tipps führen Sie zu den Highlights; München 2015 (ADAC-Verlag) (Wir etwa alle vier Jahre überarbeitet. Relativ aktueller, aber knapp gehaltener Reiseführer des ADAC-Verlags; gut geeignet, um sich einen Überblick über die Vielzahl der Sehenswürdigkeiten und Ziele zu verschaffen. Für die konkrete Planung, z. B. der An-/Abreise zu einem Ziel, weniger geeignet.)
  • Tondok, Wil; Bock, Burghard; Israel und Palästina; München ²2010, (Reise Know-How Verlag) (Nich mehr ganz neuer, ausführlicher Reiseführer mit Hintergrundinformationen und vielen praktischen Tipps, daher auch für privat organisierte Reisen sehr gut geeignet.)
  • Tondok, Wil; Bock, Burghard; Palästina: Reisen zu den Menschen; München 2011, (Reise Know-How Verlag)

Andere Literatur

Siehe auch die Literatur zu den Palästinensergebieten.

  • Colorni Angelo; Israel for Beginners: A Field Guide for Encountering the Israelis in Their Natural Habitat; Gefen Publishing House 2011, in englischer Sprache: mit viel schwarzem Humor werden die Marotten und Gewohnheiten der "Ureinwohner" von Israel dem Leser nähergebracht, eine empfehlenswerte Lektüre für den Flug.
  • Dachs, Gisela; Israel kurzgefasst; Bonn 2010 (Bundeszentrale für politische Bildung). [Kleines Taschenbuch mit aktuellen Informationen über Israel (Politik, Wirtschaft, Land und Leute), das auf knappen Raum einen Einblick in das moderne Israel und seine Probleme ermöglicht.]
  • Kinet, Ruth; Israel. Ein Länderporträt; Berlin ²2014 (Christoph-Links-Verlag)
  • Tempel, Sylke; Israel. Reise durch ein altes neues Land; Berlin 2008 (Rowohlt). [Reisebericht einer ehemaligen Israel-Korrespondentin, der Einblicke in den Alltag und manche israelische Denkmuster gewährt und sich dabei auch kritische Blicke erlaubt.]
  • Karmon, Yehuda; Israel. Eine geographische Landeskunde; Darmstadt ²1994, (Wissenschaftliche Buchgesellschaft). [Geographische Landeskunde mit ausführlichen Hintergrundinformationen zu Landesnatur, Klima, speziellen Fragestellungen wie Wasserhaushalt und den einzelnen Regionen des Landes. Auch wenn die Zahlen inzwischen z. T. überholt sind, vermittelt das Buch einen umfassenden Eindruck.]
  • Naor, Mordechai; Eretz Israel. Das zwanzigste Jahrhundert; Köln 1998 (Könemann). [Eine chronologische Darstellung der Geschichte Palästinas und Israels von 1900 bis fast 2000 – aus israelischer Sicht. Faktenreiche Darstellung mit vielen interessanten Bildern.]

(Diese Seite wir hier zu Archivzwecken gezeigt und mit dem Stand Juli 2019 eingefroren. Ein Update der gegebenen Verweise findet nicht statt, die untenstehenden führen auf archivierte Versionen von 2019.)

Unterkünfte

Nachrichten

Freiwilligendienste und Arbeit

Der Aufenthalt in einem Kibbuz ist gewissermaßen der „Klassiker“ unter den Arbeitsaufenthalten in Israel. Eigentlich handelt es sich dabei nur um eine besondere Form des Freiwilligendienstes: Kibbuzim sind landwirtschaftliche Dörfer, die aus sozialistischen Motiven heraus entstanden sind. Ursprünglich gab es in diesen Siedlungen nur gemeinschaftliches Eigentum (bis hin zu den Kleidern). Typisch war insbesondere der Speisesaal im Zentrum des Ortes, in dem die gemeinsamen Mahlzeiten eingenommen wurden. Seit längerer Zeit gibt es allerdings z.T. massive Privatisierungstendenzen bis hin zur faktischen Umwandlung der Siedlungen in normale Dörfer: Vielfach wurden sogar die Speisesäle geschlossen. Auch Freiwillige werden vielerorts nicht mehr beschäftigt. Dennoch erahnt man auch heute noch etwas von den hohen gemeinschaftlichen Idealen der Siedlungsgründer. Dadurch, dass die Kibbuzim in der Regel eine größere Zahl „Volunteers“ bzw. „Mitnadvím“ beschäftigen, die nur einige Monate bleiben, sollte man nicht erwarten, dass man leicht Kontakt zu den Kibbuzniks bekommt. Umso spannender ist das Kennenlernen von anderen Freiwilligen aus aller Welt. Typische Einsatzorte sind die gemeinschaftlichen Einrichtungen des Kibbuz, also z. B. Speisesaal oder Hotel, aber auch Ställe, Plantagen und Fabriken. Ein negativer HIV-Test ist Pflicht.

Die Arbeitssituation im Moschaw (genossenschaftliche Siedlung privat wirtschaftender Bauern) hat Ähnlichkeit zu der im Kibbuz, gerade was Einsätze im Bereich Landwirtschaft angeht; der Arbeitseinsatz ist aber wahrscheinlich deutlich härter. Im Vergleich zum Kibbuz hat man etwas bessere Chancen, mit Israelis in engeren Kontakt zu kommen.

Freiwilligendienst:

  • ConAct, Koordinierungszentrum Deutsch-Israelischer Jugendaustausch. Es gibt verschiedene Möglichkeiten des freiwilligen Mitarbeitens in israelischen Einrichtungen und Organisationen. Mögliche Einsatzorte sind soziale Einrichtungen aller Art (z. B. für Behinderte, Senioren oder Kinder und Jugendliche); daneben kann man auch freiwillig in Pilgerhospizen und Gästehäusern sowie bei der israelischen Armee mitarbeiten oder bei Ausgrabungen helfen. Manche der Einsatzstellen können interessante Adressen für Auslandspraktika sein.
  • Archäologische Ausgrabungshelfer werden nicht bezahlt, sondern müssen (Stand 2014) etwa US$ 600/Woche mitbringen. Erwartet wird, daß man die ganze Saison (10-12 Wochen, Juni/Juli) bleibt. Das Außenministerium stellt jährlich eine Liste der Grabungen bereit. Ansonsten gibt es: