Museen in Bischkek
Im Museum für angewandte Kunst in Bischkek
Bilder und andere Kunstwerke im Nationalen Museum Gapara Ajtiewa (Музей Гапара Айтиева), das nach dem sowjetischen ersten kirgisischen Künstler Gapar Ajtiew (1912–84) benannt ist. Das moderne Gebäude wurde 1974 erbaut. Gezeigt werden Beispiele kirgisischer dekorativer und angewandter Kunst, traditionelle Kleidung und Dekorationen. Textilkunst mit Filz nahm in der nomadischen Gesellschaft breiten Raum ein.
Das Museum zeigt auf seiner Webseite viele seiner Kunstwerke, die Photos sind jedoch wegen aufgebrachten Wasserzeichen nicht zur Weiternutzung geeignet.
Dauerausstellung
(Transliteration der Namen in den Bildbeschreibungen nach DIN 1460.)
Bilder und andere Kunstwerke

K. G. Koschkin (Кошкин К. Г., 1912-93): „Michail Frunse“ («М. В. Фрунзе»), 1957.
Siehe auch: National Museum of Fine Arts commons.wikimedia.org
Künstler
Bildliche Kunst gab es in der nomadisierenden kirgisischen Gesellschaft nicht, bevor der gesellschaftliche Fortschritt der Sowjetmacht ab den 1930ern Schulbildung in den hintersten Winkel gebracht hatte. Nachfolgend einige kurze Angaben zu Künstlern, von denen Werke abgebildet sind.

Das Panfilov-Denkmal in Bishkek, entworfen vom Ehepaar Manuilov.
- Gapar Ajtievič Ajtiev (Айтиев Гапар Айтиевич) 1963. (Ajtiev, 1912–84, war ebenfalls Künstler. Seit 1977 leitete er die Werkstatt für kreative Malerei der Akademie der Künste der UdSSR in Frunse.
- Georgi Emeljanowitsch Arapow (*1917, Арапов Г. Е. Vor allem in Moskau lebender Bildhauer, Mitglied der Vereinigung der Künstler der UdSSR. Er arbeitete auf dem Gebiet der Monumental- und dekorativen Skulptur. Entwarf das Denkmal für Lenin in der Stadt Pskow, eine Büste des ersten sowjetischen Kosmonauten Juri Gagarin usw. Im künstlerischen Guss von Metall ist er am besten bekannt für seine Skulptur „C. M. Kirov“ (1964; aus Aluminium-Silicium-Legierung) in der Mytischinsk experimentellen Kunstgießanlage.
- Semën Afanas'evič Čujkov (Чуйков, Семён Афанасьевич, Semjon Afanas'ewitsch Tschujkow, 1902–80) war einer der Begründer der modernen bildenden Kunst in Kirgisien. Träger zweier Stalin-Preise 1949 und 1951 sowie Volkskünstler der UdSSR. Im Jahr 1935 wurde in der Republik ein Kunstatelier eröffnet, auf dessen Grundlage 1939 die Kunstschule entstand, die heute seinen Namen trägt.
- Olga Maximilianowna Manuilova (1893–1984; Мануйлова, Ольга Максимилиановна, geb. Tichomirow). Nach Kunststudium im München (1913) und Moskau (1913–17) mit dem Sohn Apollon (1894–1973. Auch er war Bildhauer und Grafiker. Von beiden zusammen stammt das Panfilow-Denkmal in Bischkek. Der Vater (der Minister) hieß Aleksandr (Александр Мануйлов, 1861–1929. Auch der Sohn Alexander (1922–2003) war Künstler. Der von ihr seit 1952 geförderte inguschetische Künstler Ruslan Manilov ist kein direkter Verwandter.) des 1917 kurz amtierenden Erziehungsministers der provisorischen Regierung verheiratet. Die Familie Manuilov zog 1920 nach Taschkent. Seit 1939 arbeitet er in Kirgisistan. Sie war eine Meisterin der monumentalen und dekorativen Bildhauerei; widmet sich auch der Porträtmalerei und Kleinplastik. Von ihr stammen mehrere Denkmäler in Frunse/Bishkek. Die Sammlung des ihr gewidmeten Museums in ihrem Wohnhaus, (Бишкек, ул. Касыма Тыныстанова, д. 108.v) 2000 eröffnet, umfasst etwa 50 Skulpturen der Meisterin (Büsten, Flachreliefs aus Holz, Metall, Gips, Marmor), Familienfotos, Bücher aus den Jahren 1893-1898 aus ihrer persönlichen Bibliothek und Dokumente.
Sonderausstellung 90 Jahre kirgisischer Künstlerverband
Frunse-Museum, Bischkek
Das Frunse-Museum (М. В. Фрунзенин Үй-музейи) steht an der nach ihm benannten Straße. Teil ist der Nachbau (im Kern 1937) des Geburtshauses, erbaut von dessen Vater 1879, das seit 1927 auch als kirgisisches volkskundliches Zentralmuseums diente. Die Frunses wohnten hier bis 1900. Im Jahr 1930 wurde das Haus der Verteidigung an das Gebäude des Zentralmuseums angebaut. 1943 und 1954 wurden die kulturelle und die naturkundliche Abteilung ausgegliedert. Der heutige in den 1950ern geplante Bau ist ein Beispiel für zurückhaltenden Monumentalismus im Stil der sowjetischen Moderne. Das renovierte Museum wurde erst 1967 zum 50. Jahrestag der Oktoberrevolution eröffnet. Man sieht dem Inneren an, daß kaum noch Mittel für den Erhalt aufgewendet werden; immerhin steht es seit 2002 unter Denkmalschutz. Die betreuenden, immer noch sehr engagierten Damen sind zusammen mit dem Haus alt geworden.
Heimatmuseum in Choplon-Ata
Ausgestellt sind regionale Funde der ausgehenden Steinzeit (2. Jahrtausend v.u.Z.), Kurgankultur, früh-bronzezeitlichen Andronowo-Kultur (hier um 1400–1200 v.u.Z.) sowie zur Geschichte des Yssyk-köl und der im Umfeld wohnenden, nomadisierenden Turkstämme.
Astana: Nationalmuseum, Präsidentenmuseum und Militärmuseum
Oben die Gebäude der drei besuchten Museen . Nationalmuseum, neu, groß, aber wenig Altes. “Presidential Center” heute ohne Nasarbajew. Vor allem Sammlung von Geschenken ausländischer Potentaten, eine kleine Ausstellung moderner Kunst. Im militärischen Museum im Inneren vor allem historisierende Ölschinken sagenumwobener Khane. Die sowjetische Hardware im Gelände fand ich deutlich handfester.
Siehe auch: Astana Museum of Military History commons.wikimedia.org für sowjetzeitliche Hardware.
Baku: Nationales Teppichmuseum von Aserbaidschan

Der Neubau des Teppichmuseums im Park am Meer an der Neftchiler Avenue wurde 2014 bezogen. Die Struktur des Gebäudes soll wie ein aufgerollter Teppich aussehen. Entworfen hat es der österreichische Künstler Franz Janz (1946–2017).
Zu Zeiten der Zand- (1748–1794) und der Frühzeit der Kadscharen-Dynastie erstreckte sich das persische Reich bis 1828 über den gesamten südlichen Kaukasus, was die dortige Kultur nachhaltig geprägt hat. Im Zusammenhang mit Teppichstilen bezeichnen die regionalen Angaben „Aserbaidschan“ und „Karabach“ (qarabaǧ) deutlich größere Gebiete als die modernen politischen Einheiten. Ethnische Aseris machen heute 16 % der Bevölkerung Persiens aus. Sie leben naturgemäß in den nördlichen iranischen Provinzen Ost- und West-Aserbaidschan, Ardabil und Zandschan. Auch der Shahsevan genannte, früher nomadisierende Stamm, der von vierzigtausend Menschen 1966 auf über dreihunderttausend 2010 angewachsen ist rechnet zu ihnen.
Teppiche als Kunstwerke
Latif Karimov (1906–91, Kärimov Lätif, Керимов, Лятиф; VIAF 39812506) war Teppichdesigner und vielseitig begabter Künstler, der u. a. 1937–39 den aserischen Pavillon der moskauer „Ausstellung der Errungenschaften der Volkswirtschaft“ entwarf. Der Träger des Stalinpreises 1950 editierte bis 1977 das „Lexikon der Musik des Orients.“ Faig Ahmed (Faiq Əhməd, *1982. VIAF 2427151535364502890006) hat Aserbaidschan 2007 auf der Venedig Biennale vertreten. Chingiz Babayev arbeitet mit vielen Materialien im Bereich Dekonstruktivismus von Kunstwerken.
Die meisten ausgestellten Teppiche stammen aus dem späten 19. oder frühen 20. Jahrhundert. Dank regierungsseitiger großzügiger finanzieller Förderung, gelang es 2010 die aserbaidschanische Teppichknüpfkunst ins immaterielle Kulturerbe der UNESCO aufnehmen zu lassen.
Leseliste: Wer tiefer in das Thema eindringend möchte:
- Azadi, Siawosch; Zollinger, Werner; Azerbaidjanisch-kaukasische Teppiche: Sammlung Ulmke aus der Schweiz; Hamburg 2001 (Offizin Hartung); ISBN 3925813098
- Kärimov, Lätif; Rugs and carpets from the Caucasus: the Russian collections; Harmondsworth 1984 (Lane); ISBN 0713915056; [Russ. Orig.: Kovry Kavkaza; dt. als: Kaukasische Teppiche; Leningrad (Aurora-Kunstverl.)]
- Klieber, Helmut; Persien und seine Teppiche; Landsberg 1973 (Landsberger Verlags-Anstalt)
- Tağıyeva, Röya [Leiterin des Teppichmuseums; Professorin der Kunstgeschichte]; Teppiche; Baku 2013 (Heydär Äliyev Stiftung); ISBN 9789952483291
Mehr Bilder: Graffiti, sonst nichts








































































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